Wunderbare Klänge beim 119. Orgelkonzert mit Simon Johnson

Auf musikalischer Zeitreise

Die Ehrengäste Dr. Rainer Stephan, Spiridoula Nikolaou, Dr. Alexandra Weizel, Nick Jefcoat und Erika Pfreundschuh haben den Künstler Simon Johnson in ihre Mitte genommen. Foto: zko

Bergen-Enkheim (zko) – Die Vorabendfeier im Haus der Familie Walz mit dem Organisten Simon Johnson war sehr harmonisch und gemütlich. Johnson ist Musiker des britischen Königshauses an der St. Pauls-Kathedrale in London und spielte am Sonntagabend das 119.

Orgelkonzert in der St. Nikolaus-Kirche in Bergen.

Mit einem Gläschen Sekt und einer herzlichen Begrüßung wurde Johnson den geladenen Gästen im Orgelraum des Hausherrn Bernd Walz vom Förderkreis Orgel und Orgelmusik an St. Nikolaus vorgestellt und ein köstliches Essen mit Vor- und Nachspeisen schloss sich an. Eine musikalische Kostprobe gewährte Simon Johnson den Gästen natürlich auch: An der historischen Bürgy-Orgel von 1897 spielte er ein kurzes Stück und machte sein Publikum damit sehr neugierig auf das am Tag darauf folgende Orgelkonzert.

Dieses war ein großartiges Erlebnis. Es begann mit der Begrüßungsansprache von Bernd Walz, der den US-amerikanischen Dichter Henry Wadsworth Longfellow mit den Worten zitierte: „Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit“, was sich an diesem Abend wieder einmal bewahrheitete.

Simon Johnson spielte als erstes Stück Fantasia und Fuge in G von Hubert Parry, bei dem er seine Virtuosität und Fingerfertigkeit bereits mit Bravour unter Beweis stellte.

Dank der im Altarraum aufgebauten Leinwand konnte das Publikum sein Spiel auf der Orgel genau verfolgen. Mit musikalisch höchst anspruchsvollen Werken von Herbert Howells und William Byrd ging es weiter durch die Zeitgeschichte der Musik und auch Johann Sebastian Bach kam mit der Fantasie und Fuge in g-Moll zum Zuge: Ein gewaltiges Werk, das den Zuhörern Gänsehaut bescherte. Eine Eigenkomposition Johnsons folgte, deren federleichte Töne durch die Kirche schwebten und die man sich noch viel länger gewünscht hätte.

Eine Bach-Kantate und ein Choral des berühmtesten deutschen Orgelkomponisten folgten bevor mit „Nun ruhen alle Wälder“ von Jacques van Oortmerssen eine vollkommen andere musikalische Zeitepoche zu Gehör kam: Ein wunderbares Stück für Orgelmusik. Das sehr harmonische Stück „Prélude et Fugue sur le nom d‘Alain“ von Maurice Duruflé beendete das offizielle Programm und tosender Applaus für den begnadeten Musiker folgte.

Als Zugabe spielte Simon Johnson „Rhosymedre“ von Ralph Vaughan Williams. Rhosymedre ist der Name eines Hymnus, der im 19. Jahrhundert geschrieben wurde, die Melodie ist nach dem walisischen Dorf Rhosymedre benannt. Ralph Vaughan Williams verwendete den Hymnus als Grundlage für den zweiten Satz seiner Orgelkomposition „Three Preludes on Welsh Hymn Tunes“. Auch bei der Beerdigung von Lady Diana, Prinzessin von Wales, sowie auf den Hochzeiten ihrer beiden Söhne Prinz William und Prinz Harry wurde dieses Stück gespielt.

Nach dem fulminanten Konzert gab es für alle Anwesenden noch einen feierlichen Empfang in der Nikolauskapelle.

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