118. Großes Orgelkonzert in der St. Nikolaus-Kirche

Musik aus der ganzen Welt

Nach dem Konzert (von links): Bernd Walz vom Förderkreis, Edmun Boric-Andler, Annette Heimpel vom Ortsbeirat 16 und Generalkonsul Vedran Konjevod. Foto: Eislöffel

Bergen-Enkheim (eis) – Zum 118. Großen Orgelkonzert hatte der Förderkreis „Orgel und Orgelmusik an St. Nikolaus“ kürzlich geladen. Zu Gast war der kroatische Organist Edmund Bori-Andler.

Schirmherr war das Generalkonsulat der Republik Kroatien, Generalkonsul Vedran Konjevod war höchstpersönlich anwesend.

Bori-Andler studierte in Zagreb, gewann bei internationalen Wettbewerben Preise, gibt weltweit Konzerte und gilt als prominentester junger Orgelkünstler Kroatiens. Für sein Konzert hatte er ein sehr schönes und spielerisch anspruchsvolles Musikprogramm zusammengestellt. Zur Eröffnung erklang Johann Sebastian Bachs „Präludium und Fuge e-Moll BWV 548“. Bori-Andler, dessen Orgelspiel per Videokamera auf eine Leinwand im Zuschauerraum übertragen wurde, meisterte das Stück virtuos.

Weiter ging es mit der „Sonata F-Dur“ des hierzulande fast unbekannten kroatischen Komponisten Julije Bayamonti, der im 18. Jahrhundert auch als Philosoph, Historiker und Schriftsteller wirkte.

Noch einmal ertönte Bach, diesmal aber in Form der Bearbeitung einer Vivaldi-Komposition für die Orgel.

Mit der „Toccata F-Dur“ von Franjo Lui kam ein hierzulande ebenfalls unbekannter kroatischer Komponist zur Aufführung.

Felix Mendelssohn-Bartholdy, der Bachs Kompositionen vor dem Vergessen bewahrt hatte, ließ im nächsten Stück sein musikalisches Vorbild an einigen Stellen deutlich durchscheinen.

Die „Toccata d-Moll op. 59“ von Max Reger folgte, ein schnelles aber recht kurzes Stück mit vielen Kontrasten.

„Moto Ostinato“ aus dem Zyklus „Sonntagsmusik“ des tschechoslowakischen Komponisten Petr Eben verlangte vom Organisten großes Können, bot aber auch dem Hörer nicht nur wohlklingende Harmonien.

Etwas Besonderes stellte ein Stück des Australiers George Thalben-Ball dar. Seine Bearbeitung eines Paganini-Stücks wurde fast ausschließlich auf dem Orgelpedal, also mit den Füßen gespielt. Dies ist nur auf bestimmten Orgeln möglich. Die der St. Nikolaus-Kirche, bei der fast alle den Manualen zugeordneten Register auch mit dem Pedal verbunden werden können, gehört dazu. Für die Zuhörer wäre ohne Bildübertragung nicht erkennbar gewesen, dass Bori-Andler das Stück nicht mit den Händen spielte.

Überhaupt wurde die Musik für die Zuhörer fast räumlich erfahrbar – je nachdem, ob sich die gespielten Register und Pfeifen vorne oder weiter hinten befanden.

Den Abschluss des Programms bildeten Variationen von Franz Liszt über einen „Basso continuo“ Bachs. Das traurige Stück entstand nach dem Tod von Liszts Tochter. Erst ganz am Ende ließ ein Choral wieder hoffnungsvollere Töne erklingen.

Edmund Bori-Andler, der gebeten hatte, erst am Ende zu applaudieren, erhielt nun großen Beifall und stehende Ovationen für sein virtuoses Spiel. Kurz entschlossen setzte er sich noch einmal an die Orgel und spielte als Zugabe eine Sonate eines unbekannten kroatischen Franziskaners.

Bei einem vom kroatischen Generalkonsulat gestifteten kleinen Imbiss konnten die Besucher einen schönen Konzertabend dann ausklingen lassen und auch mit dem Organisten noch ins Gespräch kommen.

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