Von Faust bis zum Farbkreis

Liederkranz-Projekt lobt Goethe in höchsten Tönen

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Der Chor Liederkranz begeisterte sein Publikum mit einem außergewöhnlichen Programm.

Bergen-Enkheim (zko) – Ein klangvolleres Denkmal hätte man dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe wohl kaum setzen können: „Goethe in höchsten Tönen“ hatte der Chor Liederkranz seine Veranstaltung genannt, die neben Chormusik noch eine ganze Menge mehr zu bieten hatte, um sich vor Goethes Kunst zu verneigen.

Das Konzert des Liederkranzes im evangelischen Gemeindehaus Bergen stand unter der Leitung von Marion Mikolajski. Katerina Moskalewa begleitete den Gesang am Klavier. Die Moderation lag in den Händen von Chormitglied Werner Schledt und die herzliche Begrüßung durch die Vorsitzende Petra Scheschonka stimmte die Besucher schon auf Kommendes ein.

Die Schüler der dritten Klasse der Schule am Hang von Lehrerin Kerstin Schubert begeisterten mit einer gekonnten und unterhaltsamen Performance des „Zauberlehrlings“. Es folgte das Lied „Die Spröde“, dessen Musik aus der Feder Carl-Friedrich Zellers stammt. Der Bergen-Enkheimer Autor Eckhart Nickel las den Goethe-Text, anschließend sang der Chor das Lied. Es schloss sich das Lied „Das Veilchen“ an, das einzige Goethe-Gedicht, das von Wolfgang Amadeus Mozart vertont wurde, der Johann Wolfgang von Goethe einmal in seinem Leben begegnete.

„Die Nachtigall“, vertont von Felix Mendelssohn Bartholdy, und das „Flohlied“, vertont von Ludwig van Beethoven, folgten, zunächst kraftvoll vorgetragen von Eckhart Nickel, anschließend gesungen vom Chor. „Das Katzenduett“, interpretiert von Elke Königsbüscher und Jutta Scherp, war ein wunderbarer Auftakt zur Aufführung der vier Darsteller der Förder- und Trägergruppe Schelmenspiel, die nach der Idee und unter Regie von Hans Meurer eine Schlüsselszene aus Goethes Faust in südhessischer Mundart aufführten, nachdem der Vorsitzende Heinz Stiege die Gruppe wortreich angekündigt hatte. Humorvoll und mit recht derben Sprüchen wurde von Frank Fella (Mephisto), Karoline Ohlmeier (Gretchen), Sigrid Rossmann (Goethe) und Ralf Stösser (Faust) eine Szene gespielt, in der sich Goethe auf das Faust-Thema besinnt und Gretchen und Faust sich zum ersten Mal begegnen. Mephisto bekommt von Faust den Auftrag, ihm Gretchen so schnell wie möglich ins Bett zu legen.

Nach der Pause, in der den Gästen von den Veranstaltern Erfrischungen spendiert wurden, ermittelte Werner Schledt die Gewinner des Goethe-Preisausschreibens, indem er die Gewinnernamen von einer jungen Glücksfee aus einem Eimer ziehen ließ. Die Pianistin Katerina Moskaleva präsentierte im Anschluss eine Uraufführung ihrer Komposition „Sound of six Colours“ zum Farbkreis, angelehnt an Goethes Farbenlehre. Zuvor erläuterte sie, dass sie eine Form der Klangmalerei gefunden habe, bei der sie jede der sechs Farben wie mit einem Pinselstrich auf das Klavier gestreut habe. Ein gelungenes Experiment! Die schönen Texte und Lieder „Wanderers Nachtlied“, der „Erlkönig“ und „Der König von Thule“ folgten. Gemeinsam mit dem Publikum wurde zum Schluss noch das allen bekannte „Heideröslein“ angestimmt. Das durch die szenischen und literarischen Darbietungen aufgelockerte Konzertprogramm erfreute die Gäste als Goethe-Kaleidoskop der besonderen Art.

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