Ausstellung in der Anwaltskanzlei Link

Lieblingsbilder zieren lange weiße Flure

Michael Link (links), Norbert Wied (rechts) und dessen Frau Jiheme Kochrad haben viel Arbeit in die neue Ausstellung investiert. Foto: nma

Bergen-Enkheim (nma) – Gesetze, Paragrafen, Zahlen. Das Rechtswesen ist nicht die bunteste Materie, doch dem möchte Jurist Michael Link etwas entgegensetzen: Seit einiger Zeit veranstaltet der Anwalt Ausstellungen in seinen Räumlichkeiten in der Marktstraße 62.

Aktuell ist dort eine Ausstellung Gemälde aus dem Besitz von Norbert Wied zu sehen.

Es sind lange weiße Flure, die zur Rechtsanwaltskanzlei von Michael Link gehören. Damit diese nicht zu trüb wirken, behängt der kunstbegeisterte Jurist die langen Wände regelmäßig mit neuen Kunstwerken und macht diese der Öffentlichkeit zugänglich. „Seit rund 15 Jahren habe ich die Kanzlei an dieser Stelle. Ich kümmere mich um Verkehrsrecht, Mietrecht und Arbeitsrecht. Wir haben hier recht große und lange Flure. Und ich wollte diese nicht einfach mit Motivationssprüchen oder -bildern wie ,The Sky is the Limit’ vollhängen“, sagt der Jurist. Stattdessen nutzt Link die Fläche regelmäßig, um Kunst einen Raum zu geben. „Ich bin definitiv kein großer Kunstkenner, aber immer neugierig und treffe gerne Menschen. Egal, ob die Künstler oder die Besucher.“

Aus diesem Grunde liege seine Kanzlei auch direkt im Erdgeschoss in der Markstraße 68. Die Tür soll immer offen sein, ganz gleich, ob jemand einen Rechtsfall zu besprechen hat oder einfach nur die Kunstwerke bestaunen möchte. „Was hier für Bilder hängen, da mache ich keine großen Vorgaben. Lediglich Akte oder politische Bilder würden nicht gut passen, denke ich“, meint Link.

Über Freunde und Verwandte finde er immer wieder Künstler und Kunstbegeisterte, die wissen, welche Bilder er für die kommenden Monate nutzen könnte.

So stand bei der Auswahl der derzeitigen Bilder Links Freund Norbert Wied bereit. Dieser hatte sich etwas Besonderes überlegt: „Ein Großteil der Bilder, die nun hier hängen, sind Kunstwerke bekannter europäischer Maler, jedoch kopiert von vietnamesischen Künstlern.“ In Südostasien würden Kunststudenten in kleinen Räumen ihren Lebensunterhalt damit verdienen, andere Werke bis zur Perfektion nachzumalen und diese zu verkaufen. „Ich habe dann einige meiner Lieblingsbilder dort in Auftrag gegeben und nun hängen diese hier“, erklärt Wied. Doch sind die vietnamesischen Werke nicht die einzigen Kunstobjekte in der Kanzlei. In einem großen Raum ganz am Ende des Flures sind vor allem afrikanische Motive in einem ganz eigenen Stil zu sehen. „Diese sind von einer Künstlerin aus Uganda. Sie malt als Hobby und ich habe sie gebeten, für diesen Raum einige Bilder zu kreieren“, sagt Wied. Jamirah Muwanguzi hat Aquarellbilder vom afrikanischen Landleben erschaffen, ein Bild aus einer Großstadt fällt zudem auf. Es zeigt Kampala, die ugandaische Hauptstadt, in der die 27-jährige Künstlerin selbst lebt.

Welche Kunstwerke sich noch in der Galerie verstecken, kann sich jeder Interessierte selbst anschauen, die Tür zu Michael Links Galerie steht offen. In einem Katalog sind die Bilder mit Preisen verzeichnet, denn sollte sich ein Besucher von einem Gemälde gar nicht mehr loseisen können, kann er es gegen Geld mit nach Hause nehmen. Norbert Wied würde künftig gerne eine eigene Galerie eröffnen, doch fehlen dafür die Räume. Doch zumindest konnte er dank Michael Link seine galeristischen Fähigkeiten in den Fluren der Anwaltskanzlei ausprobieren.

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