Konzert des Posaunenchors von Frankreich inspiriert

Bretonische Leuchttürme

Das Konzert des Posaunenchors wurde begleitet von stimmungsvollen Bildern. Foto: p
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Das Konzert des Posaunenchors wurde begleitet von stimmungsvollen Bildern. Foto: p

Bergen-Enkheim (red) – Das Weihnachtskonzert des Posaunenchors Bergen-Enkheim war französisch inspiriert und stand vor allem im Zeichen der Bretagne. Entsprechende Lichtbilder untermalten die einzelnen Sätze, was die Zuhörenden mit viel Beifall belohnten.

Die „Suite bretonne“, von Reinhard Gramme 2013 komponiert, beginnt mit dem Satz „Le Mont Saint Michel“, was eigentlich nicht ganz korrekt ist, denn die berühmte Kircheninsel liegt noch auf normannischem Boden, bildet jedoch den Einstieg zum französischen Landesteil, der im äußersten Westen beim „Finis terrae“ (Finistère) endet. Das 22-köpfige Musikensemble nahm sich der sechs Teile mit viel Gefühl aber auch mit viel Wucht an. Chorleiter Ralf Schuh verstand es jedoch, das Team notfalls zu zügeln und in geordneten Bahnen zu halten. Gelungen war auch die Idee, bei „La Plage du Dossen“ zwei der Trompetenstimmen auf die Empore zu schicken. Man konnte förmlich spüren, wie die Ton-Wellen an den Strand rollten. Eine wesentliche Hilfe, das Tempo zu halten, war bei „Les Phares de Bretagne“ der Lichtkegel der Leuchttürme, welcher „taktvoll“ den Kirchenhimmel durchwanderte, selbst als die Wellen fast über den Turm brachen.

Spannend war „La Forêt de Huelgoat“ gestaltet. Dort spielten die Posaunen und das Horn ihre Bandbreite aus. Man sah förmlich die sich im Pfuhl suhlende Wildsau. Und in „Menhirs de Carnac“ wähnte man sich in die Zeit zurückversetzt, als vielleicht Obelix die Hinkelsteine in Reih und Glied stellte. Die Zuhörenden wurden bei der Suite jeweils von Bildern begleitet, die der Trompeter Gerd Ross auf seiner jüngsten Reise durch die Region aufgenommen hatte.

Französisch war der Tenor auch zwischen den Sätzen. So zeigten die Jungbläser mit ihrem Hirtenlied bereits eine erstaunliche Fertigkeit. Hohe Kunst lieferten anschließend im „Psalm 150“ von César Frank die Posaunisten und Organist Christian Baumann.

Begeistert zeigte sich das Publikum von der modernen Version „Tochter Zion“. Mit einer gekürzten Wiederholung des „Gloria“ von Jock McKanzie als weitere Zugabe schloss das Konzert, dem erneut tosend Beifall folgte.

Gekonnt französisch ehrten Pfarrerin Karola Wehmeier und Pfarrer Alfred Vaupel-Rathke den Leiter des Posaunenchors der evangelischen Kirche Bergen-Enkheim Ralf Schuh und überreichten ihm unter riesigem Applaus der Konzertbesucher die Urkunde und das goldene Bläserabzeichen.

Ralf Schuh betreut nämlich seit 25 Jahren die Jungbläserausbildung in Bergen-Enkheim und sorgt so dafür, dass immer wieder junge Kräfte ins Ensemble integriert werden. 1996 schloss er die Chorleiterausbildung für Bläserchöre ab und übernahm ein Jahr später, gerade 20 geworden, den Posaunenchor. Unter seiner Regie tritt der Posaunenchor nicht nur in der engeren Region immer wieder positiv in Erscheinung, sondern hat sich mittlerweile einen Platz erkämpft beim Weihnachtskonzert in der Frankfurter Nikolai-Kirche sowie beim Spielen auf dem dortigen Altan, zur Freude der Weihnachtsmarkt-Besucher.

Unter Ralf Schuh hat sich der Posaunenchor zu einem Ensemble entwickelt, das nicht nur mit Lust Veranstaltungen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde musikalisch umrahmt, sondern für die jährlichen Sommer- und Weihnachtskonzerte Neues ausprobiert und die Besucher mitzureißen versteht. Sowohl der Kirchenvorstand als auch die Ensemble-Mitglieder wissen seine Hingabe zu Musik und Team zu schätzen und dankten ihm dafür.

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