Vertreterinnen der Stadt mit Informationen zum Alten Rathaus beim Ortsbeirat

Nur Komplettsanierung kann Haus retten

Frühestens ab September 2020 kann die Komplettsanierung des Alten Rathauses beginnen. Foto: eis

Bergen-Enkheim (eis) – Im Jahr 2022 soll die Sanierung des Alten Rathauses in Bergen abgeschlossen sein. Dies erklärten zwei Vertreterinnen der Stadt Frankfurt bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 16. Das im 14.

Jahrhundert errichtete Gebäude soll dann wieder als Heimatmuseum genutzt werden. Warum sich das Ganze so lange hinzieht, erläuterten Gabriele Schuster vom Kulturamt und die auf Denkmäler spezialisierte Architektin Christine Hammel vom Amt für Bau und Immobilien ausführlich.

Bei den Untersuchungen seien immer mehr Schäden zum Vorschein gekommen, sagte Hammel. „Dafür mussten dann immer erneut Mittel bei der Stadt beantragt werden“, ergänzte Schuster. Vorgenommen wurden bauhistorische Untersuchungen, Untersuchungen auf Schädlinge und Schadstoffe, eine genaue Schadenskartierung, bauphysikalische sowie baustatische Untersuchungen und Berechnungen. 2015 wurde das Gebäude eingerüstet, 2016 folgten Voruntersuchungen der Fassade.

Bis dahin war man davon ausgegangen, dass eine Sanierung mit Einzelmaßnahmen möglich sei, für die aber mehrfach Mittel im städtischen Haushalt fehlten. Nach der Entdeckung weiterer Schäden an Fassade und Dach wurde klar, dass nur eine Komplettsanierung das Gebäude noch retten könne, dessen Zustand teilweise instabil ist. „Das Ganze wurde daher von einer Bauunterhaltung zu einer Baumaßnahme umdeklariert, die ausgeschrieben und vergeben werden muss“, wie Schuster erklärte. Derzeit würden in die Kostenplanung noch Änderungen eingearbeitet, die das städtische Revisionsamt verlangt habe. Anschließend müssen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung das Vorhaben (voraussichtlich im März 2020) absegnen. Erst danach kann die eigentliche Ausführungsplanung beginnen. Ab Mai könnten Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen erfolgen. Mit dem Beginn der Arbeiten rechnet Architektin Hammel ab September 2020 und setzt eine Bauzeit von zwei Jahren an. Für die Arbeiten an Fassade und Dach müsse das Gerüst stehen bleiben oder gegebenenfalls durch ein anderes ersetzt werden. Noch nicht klar ist, von wo die Baustelle bearbeitet werden soll, da rund um das Rathaus nur wenig Platz verfügbar ist.

Besonderes Augenmerk gilt dem stark verformten Dachstuhl. Beim Aufsetzen des Glockenturms 1704 sei keine Rücksicht auf die Statik der Dachkonstruktion genommen worden, erklärte Hammel. Ansonsten soll das Gebäude weitgehend unverändert bleiben. Aus Brandschutzgründen werden gläserne Windfänge vor dem Treppenhaus installiert. Zudem soll es eine behindertengerechte Toilette, eine Küchenzeile im Erdgeschoss und eine Zentralheizung im ganzen Gebäude geben. Im Obergeschoss wird eine Wand entfernt, mit der vor rund 80 Jahren das Zimmer des Bürgermeisters abgetrennt wurde. „Dadurch kann die historische Diele wieder hergestellt werden“, sagte Hammel. Eine alte Tür an der Ostseite des Gebäudes soll wieder geöffnet und als barrierefreier Zugang ins Gebäude gestaltet werden. „Aufgrund des schlechten Zustands ist es uns selbst ein Anliegen, schnellstmöglich mit den Arbeiten zu beginnen“, sagte die Architektin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare