SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen zu Gast beim Ortsverein

Insgesamt auf dem richtigen Kurs

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (Zweite von links) war zu Besuch bei der SPD-Mitgliederversammlung des Ortsvereins Bergen-Enkheim. Foto: zko

Bergen-Enkheim (zko) – „Beim Schelmfest der Bergen-Enkheimer SPD im Juli kam die Idee einer Parteigenossin auf, Ulli Nissen zu einer Mitgliederversammlung einzuladen und darüber berichten zu lassen, welche Ziele die SPD-Fraktion im Bundestag auf der Agenda und hat und welche bereits erreicht wurden“, berichtete die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Marion Kling im Vereinsheim Möllers Wäldchen.

Das Vorhaben wurde nun umgesetzt. .

SPD-Mitglieder ohne Zugang zum Internet würden wenig erfahren, aber auch jenen mit digitaler Affinität fiele es schwer, an geeignete Informationen zu kommen, die sie beispielsweise beim „Talk am Grill“, einer lockeren Bürgerfragestunde an verschiedenen Standorten in Bergen-Enkheim, kundtun könnten. So äußerten sich einige Teilnehmer der Mitgliederversammlung, die von Eberhard Schwarz moderiert wurde.

Ulli Nissen nahm das interessiert zur Kenntnis und entwickelte die spontane Idee, eine Art Karteikastenprinzip zu verschiedenen Themen zu erstellen, je nachdem, welcher Zielgruppe der Fragende angehöre – ob es also um Fragen zum Thema Verbesserung der Strukturen in Kita, Schule und Ausbildung, Familie und bezahlbares Wohnen oder Rente und Pflege gehe. Nissen betonte, dass es ihr wichtig sei, in verschiedene Bereiche hineinzuschauen. So habe sie beispielsweise einen Tag bei der Frankfurter Müllabfuhr gearbeitet, um sich ein Bild machen zu können, wie die Arbeitsbedingungen tatsächlich seien.

Die Arbeit an der Basis wolle sie nie aus den Augen verlieren. Mit Menschen aller Bevölkerungsschichten wolle sie sprechen, um mit ihren Zielen und Vorstellungen nicht abzuheben und an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vorbeizuplanen, erläuterte die 60 Jahre alte Bundestagsabgeordnete. Manchmal werde sie gefragt, wie sie es schaffe, ihr politisches Programm stringent zu verfolgen und darüber hinaus bei so vielen Ortsterminen präsent zu sein. Ihre Antwort sei dann stets: „Ich schaffe das, weil es mir sehr viel Spaß und Freude macht!“

Sich mit Leidenschaft der Politik widmen könne sie auch nur, wenn sie nicht vergesse, dass viele Menschen tatsächlich finanziell nicht so blendend dastünden. Zum anderen sei Kollegialität in der Großen Koalition natürlich wichtig, damit Pläne beschlossen und auch umgesetzt werden könnten, führte Nissen aus. Die Stimmung innerhalb der Fraktion sei gut, die Debatten in der Regel sehr fair.

Als besonders wichtig erachte sie die Zusammenarbeit mit der hessischen Landesgruppe der SPD. Schlechte Wahlergebnisse der Sozialdemokraten in jüngerer Zeit seien ihrer Meinung nach kein Ergebnis falscher Themen, sondern hingen mit anderen Problemen, Erwartungen und den Ängsten der Menschen bescheidener Verhältnisse zusammen. Man sei insgesamt auf dem richtigen Kurs, sagte die Politikerin. Auch die Halbzeitbilanz zeige, dass wichtige Ziele erreicht worden seien. Für die Langzeitarbeitslosen gebe es mehr Lohnkostenzuschuss vom Bund, ein Gesetz für unterbezahlte Paketboten sei auf den Weg gebracht worden, der soziale Wohnungsbau sei vorangekommen, die Mietpreisbremse greife, das Gute-Kita-Gesetz und das Starke-Familien-Gesetz böten entscheidende finanzielle Vorteile.

Die von der SPD erreichten Dinge müssen besser kommuniziert werden, lautete der allgemeine Tenor des Abends. Barbara Schwarz brachte zum Schluss der Veranstaltung noch das Thema Alterspflegeheim für Menschen mit Behinderung auf, das es in dieser Form nicht gäbe. Es sei jedoch nicht zumutbar, Menschen mit geistiger Einschränkung gleichzusetzen mit demenziell veränderten Menschen und diese praktischerweise zusammen unterzubringen. Ulli Nissen nahm auch das interessiert zur Kenntnis und bat um offizielle Anfragen an sie per E-Mail bei allen Belangen. Sie beschloss den Abend mit den Worten: „Ihr merkt, was ich an Energie habe, die geht nicht alle!“

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