Kabarettist Stephan Bauer behauptet: „Weihnachten fällt aus!“

Humorvoller Weihnachtsfrust

Stefan Bauer rechnet mit dem Trubel um die Festtage ab. Foto: zko

Bergen-Enkheim (zko) – Weihnachten fällt aus? Nein, das meinte auch Comedian Stephan Bauer nicht ernst. In der Nikolauskapelle stellte er vor ausverkauftem Saal erst einmal klar, dass er schlecht drauf sei, weil seine Frau ihn gerade verlassen habe.

Er habe noch versucht, sie mit Blumen, Geld und Briefen, in denen er ihr seine depressive Verstimmtheit gestand, zurückzugewinnen. Ihr Kommentar sei gewesen: Bei leichten Depressionen helfe ein Bad, bei schweren ein Fön dazu.

Das Allerschlimmste daran sei, dass er als frischgebackener Single nun keinen Grund habe, Weihnachten nicht mit seinen Eltern und der Familie zu verbringen. Etwas getrübt sei sein Verhältnis zur Oma, die seit 15 Jahren damit nerve, dass das ihr letztes Weihnachten sei, zur Schwester, die auf dem Ökotrip sei und ihre drei Kinder zwinge, Blockflöte zu spielen und sich einen Bauernhof zu stricken, zum Vater, der ihm klargemacht habe, dass es einen Baum der Familie gäbe und er, Stephan, der Borkenkäfer sei, und zur Mutter, die nicht kochen könne.

Ziemlich triste Aussichten seien das. Und ob er da wohl bei einem der Abendgäste zum Weihnachtsfest kommen dürfe, fragte er ins Publikum. Er wurde prompt von einer Fünfergruppe eingeladen, so ist das in Bergen-Enkheim.

Die leidige Geschenkfrage konnte natürlich nicht umschifft werden. Ob die Schwester sich über einen Bio-Vibrator freuen würde: Ein Bambusstock gefüllt mit Hummeln? Der Opa bekäme auf jeden Fall eine Panzerfahrt, die Mutter wünsche sich selbst gemachte Marmelade, aber wie nervenaufreibend es sei, 50 Kreppel auszuquetschen, überlege sich vorher auch wieder keiner.

Die vorweihnachtlichen Dekorationsorgien der weiblichen Familienmitglieder seien doch die Pest, stellte der Single-Mann frustriert fest, aber „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sei auch sein liebster Weihnachtsfilm, da sei er voll und ganz der Romantiker.

Der Konsumzwang und der Fokus auf dem Festtagsbraten seien doch unerträglich, schließlich feiere man, dass Gott Mensch würde. Weihnachten bedeutet doch aber auch Hoffnung. Und zwar die Hoffnung, dass es bald vorüber ist! Stephan Bauer bot einen wunderbar kurzweiligen Abend, der die Lachmuskulatur vor dem Fest noch einmal stählte.

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