Neuauflage der Aktion „Noteingang für Kinder“

Wo Hilfe geboten wird

Torsten Trumpp, Claudia Heil, Werner Kirchhof und Günther Kraus mit Erstklässlern der Schule am Hang freuen sich über die Aktualisierung des „Noteingangs“. Foto: jf

Bergen-Enkheim (jf) – Einige der Erstklässler haben das Haus mit dem Smiley und der weit geöffneten Tür schon einmal gesehen, für andere ist es neu. Das soll sich ändern: „2008 haben wir das Thema ‚Noteingang‘ in Bergen-Enkheim auf die Agenda gesetzt.

Damals beteiligten sich 38 Geschäfte, Kanzleien und Einrichtungen. Inzwischen haben einige der Beteiligten ihre Läden aufgegeben, das Straßenbild hat sich verändert. Mit dieser Kampagne wollen wir das Projekt ‚Noteingang für Kinder – Hier finden Kinder Hilfe!‘ aktualisieren“, erklärte Werner Kirchhof, Vorsitzender des Regionalrats Bergen-Enkheim zum Auftakt im 18. Polizeirevier.

Vom Revier war Torsten Trumpp, Schutzmann vor Ort, dabei. Malbücher wurden an die Kinder ausgeteilt, auf dem Titel ist das Noteingang-Symbol groß aufgedruckt. Außerdem bekamen die Mädchen und Jungen aus der Schule am Hang noch reflektierende Schilder für den Ranzen mit. „Wenn ihr ein Geschäft oder ein Büro mit dem Aufkleber ‚Noteingang‘ seht, könnt ihr hinein und findet Hilfe“, erklärte Günther Kraus, selbst Geschäftsinhaber, Ortsbeirat und Mitglied des Gewerbevereins, der gegenwärtig 130 Mitglieder hat.

Mehrmals wurde diese Hilfe in Kraus‘ Laden schon in Anspruch genommen. „Ein Kind fragte einmal nach einem Glas Wasser. Natürlich hat er das bekommen, es half schließlich gegen den großen Durst“, erzählte Kraus. Größere Probleme gibt es, wenn jemand hinfällt, dringend auf Toilette muss oder gar belästigt wird. In allen diesen Fällen ist der „Noteingang“ eine gute Sache. „So etwas hätte ich als kleiner Junge auch gerne in der Nähe gehabt, als mich ältere Kinder verfolgten“, verriet Keanu Ries. Inzwischen ist er 15 und groß genug, um sich zu wehren. Aber: „Ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr und werde dort darüber berichten. Es ist eine gute Kampagne“, sagte er.

Die Partner der Kampagne – der Präventionsrat und die Polizei – wollen mehr: „Im nächsten Jahr ist eine Rallye durch Bergen-Enkheim geplant. Schüler sollen auf dem Weg erfahren, welche Geschäfte ‚Noteingänge‘ für Kinder bieten. Und sie sollen sich nicht scheuen, hineinzugehen. Aber das muss geübt werden“, unterstrich Kirchhof. Die anwesenden Schulleiter und Pädagogen der Schule am Hang, der Schule im Ried und der Schule am Landgraben fanden dieses Vorhaben gut. „In Frankfurt haben insgesamt 1600 Geschäfte ein Schild ‚Noteingang‘ an der Tür. Eigentlich müsste kein Kind Angst haben auf seinem Schulweg“, ergänzte Claudia Heil von der Geschäftsstelle des Präventionsrats.

Kraus erzählte eine weitere Begebenheit, die ihn nachthaltig beeindruckt hat: „Es war im September 2018 auf dem Berger Markt. Ein Mädchen schrie wie am Spieß und war starr vor Schreck. Als ich helfen wollte, sah ich ein anderes Mädchen neben ihr stehen. Beide waren so um die sieben Jahre alt. Die Freundin versuchte, die Kleine zu beruhigen – die hatte mehr als ein Dutzend Wespen auf ihrer Kleidung, große Angst und wagte nicht, sich zu rühren. Ich habe die Wespen mit verjagt, es war keine einfache Situation für alle. Aber die Courage der Freundin, die nicht weglief, sondern Mut machte und das Mädchen beruhigen wollte, habe ich bewundert. Davon brauchen wir mehr.“

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