Das Nilpferd wird zum Kolibri

Großes Orgelkonzert begeistert mit „Karneval der Tiere“

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Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese, Moderatorin Petra Gerster und Organist Lutz Brenner (von links) beim Empfang nach einem fulminanten Orgelkonzert.

Bergen-Enkheim (sh) – Für die „fünfte Jahreszeit“ hatte der Förderkreis Orgel- und Orgelmusik an St. Nikolaus in Zusammenarbeit mit der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim und dem Bergen-Enkheimer Ortsbeirat ein bestens passendes Programm zusammengestellt.

Lutz Brenner spielte die Orgelfassung vom „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns. Moderatorin Petra Gerster verlas zwischen den einzelnen Sätzen der Komposition die humorvollen Verse aus der Feder von Volksschauspieler Michael Quast, die zusätzlich zur Musik lustige Bilder im Kopf entstehen ließen. Trotz schönstem Wetter war die Kirche voll besetzt. Erfreulich viele Kinder waren gekommen, um sich die wunderbaren Melodien anzuhören. Dem „Karneval der Tiere“ vorangestellt waren vier weitere Orgelstücke. Darunter „To Clarice“ von Nigel Ogden aus London, der als Theaterorganist tätig war und Stummfilme in Lichtspielhäusern an der Orgel begleitete. Entsprechend leichtfüßig und eingängig war das heitere Stückchen. Mit Humor war Lutz Brenner auch an seine Improvisation der Fastnachtshymne „Heile heile Gänschen“ herangegangen.

Optimal eingestimmt auf den Höhepunkt des 116. Großen Orgelkonzerts in der St. Nikolaus-Kirche lauschten die Zuhörer gebannt der angenehmen Stimme von Petra Gerster und den kreativen Reimen, in denen jedes Tier in eine andere Rolle schlüpft. So sind die Löwen, die zu Beginn des Stücks majestätisch herangeschritten kommen, verkleidete Enten. Hinter den Masken der Hühner verbergen sich Affen und der Schildkrötenpanzer, der sich zu zeitlupenartigen Klängen eines Can-Cans dreht, wird von Ameisen geführt. Wunderbar zurückhaltend und gleichzeitig doch klar differenziert imitierte Gerster die verschiedenen Stimmen der Tiere. Besonders köstlich war das Streitgespräch zwischen Nilpferd und Kamel, die in „Das Vogelhaus“ den Tanz der Kolibris präsentierten. Über diese Vorstellung lachte manch einer noch auf dem Nachhauseweg.

Die „hektischen“ Tiere, wie Maultiere oder Hühner, erforderten vom Organisten Lutz Brenner flinke Finger und Füße. Die Orgeltranskription des eigentlich als Kammerorchester-Suite komponierten Stückes stand dem Original in nichts nach – dank des Klangreichtums der Förster & Nicolaus-Orgel. Besonders schön war der Einsatz des Zimbelsterns bei „Das Aquarium“, der die geschmeidigen Schwimmbewegungen der Fische (oder: Mäuse in kleinen Taucheranzügen) unterstrich. Als Zugabe durfte noch einmal der elegante Schwan (verkörpert von einem Schwein) über den See gleiten. Tosender Applaus und jede Menge Gesprächsstoff beim gemütlichen Empfang vor der Kirche bildeten den Abschluss der rundum gelungenen Vorstellung.

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