Grundstück wird vermietet

IIS baut vorerst keine Moschee

Die Moscheegemeinde IIS baut vorerst doch nicht an der Bessemerstraße 7.
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Die Moscheegemeinde IIS baut vorerst doch nicht an der Bessemerstraße 7.

Bergen-Enkheim (red) – Der Verein „Islamische Informations- und Serviceleistungen“ (IIS) wird vorerst doch kein Gemeindezentrum an der Bessemerstraße 7 bauen. Die Religionsgemeinschaft vermietet das Areal zunächst für drei Jahre an eine Firma, die medizinische Geräte herstellt.

Im September 2017 hatte die deutschsprachige Moscheegemeinde das Grundstück gekauft, da das im Gallus befindliche Gemeindezentrum zu klein geworden war. In Enkheim sollte eine neue religiöse Begegnungsstätte entstehen. „Wir haben für den geplanten Bau nicht genug Geld, deshalb haben wir uns entschieden, zu vermieten“, sagt Mohammed Johari, Sprecher des Vereins IIS. Die Gemeinde hofft, mit Hilfe der Mieteinnahmen das Moscheebauprojekt umsetzen zu können – das müsse aber nicht zwangsweise in Enkheim geschehen. „Wenn wir bis dahin ein besseres Grundstück finden, werden wir es wahrnehmen, dort zu bauen“, sagt Johari und ergänzt: „Wir freuen uns, wenn uns die Stadt Frankfurt bei der Grundstückssuche unterstützt.“

Nachdem 2017 die Pläne des IIS im Stadtteil bekannt wurden, äußerten sich Anwohner zum Teil sehr kritisch dazu. Sie befürchteten, dass sich die ohnehin angespannte Parkplatzsituation durch die Moscheebesucher noch verschärfen würde. Auch hatten sie Bedenken, dass es bei Feiern und Freitagsgebeten dort laut werden könnte. Teilweise gab es allerdings auch ausländer- und islamfeindliche Äußerungen.

„Sollten wir kein anderes Grundstück finden, müssen wir uns mit der knappen Fläche in Frankfurt arrangieren und das umsetzen, was möglich ist“, sagt Johari. Ein Verbleib der Gemeinde im Gallus schätzt Johari als unrealistisch ein. Dort entsteht das Europaviertel mit zahlreichen Neubauten. Außerdem gehöre dem IIS das dortige Zentrum nicht, man sei nur Mieter. „Wir haben dort im Lauf der Jahre bereits mehr Miete gezahlt, als das Bauprojekt gekostet hätte“, sagt Johari.

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