Modellauto-Ausstellung in der Stadthalle Bergen

Gebastelte Träume

Fachsimpeln und Austauschen: Hobbysammler treffen sich bei der Modellauto-Ausstellung in der Stadthalle. Foto: zbs

Bergen-Enkheim (zbs) – Es ist die größte und wichtigste zivile Modellauto-Ausstellung (MAA) in Deutschland. Zivil, das heißt: Ohne Militär. „Denn sonst würden Mini-Panzer und Flugzeuge hier die Halle fluten. “, sagte Axel Deist, Organisator der jährlichen Wochenenddarbietung.

An beiden Veranstaltungstagen gingen die Gäste in der Stadthalle Bergen ein und aus und schauten sich – mit Auge fürs Detail – die Modelle an. Aussteller sind aus dem ganzen Land, aber auch aus Belgien, der Schweiz und den Niederlanden angereist.

„In erster Linie geht es um das Zusammenbauen“, sagte Deist. Woran die Hobbybastler und Ingenieure teilweise jahrelang gearbeitet haben, dürfen sie dann auf Zusammentreffen wie diesen stolz präsentieren. „Viele haben das als Kinder schon einmal gemacht, so ab den 1950ern und 1960ern. Jahrzehnte später, mit Frau und eigenen Kindern, entdeckt man die Modelle dann für sich wieder.“

Die Sparten sind divers: Rennautos, Oldtimer, deutsche Familienkutschen und ganz eigene Kreationen, angefertigt von Hand, geschnitzt, lackiert und immer häufiger auch für den 3D-Drucker entworfen. Deist ist hauptberuflich selbst Ingenieur: „Das sieht man oft, dass der Job und das Hobby sich treffen“, stellte er fest. Gefragt ist aber neben Geschick und Ruhe auch Kreativität und Fantasie.

Für Sascha Müller beispielsweise, beruflich Handwerksmeister, kommt alles zusammen. Er baute Modellautos für Spielzeugmessen zusammen, erhielt dafür Aufträge und Pläne von größeren, japanischen Firmen. Ein Gehalt erwartet er dennoch nicht: „Es geht ja um den Spaß und das Hobby.“ Es werden auch einige seltene und interessante Originalfahrzeuge ausgestellt.

Ein anderer Besucher, Michael Kröger, ist Programmierer und arbeitet mit 3D-Druckern. Kröger sieht diesen Trend seit ein paar Jahren: „Da hat man 1000 Ideen im Kopf, innere Projekte zu verwirklichen. So wird das leichter.“ Am Original-Auto-Schrauben ist er nicht interessiert: „Ich erfülle mir so gesehen ja schon mit dem Anfertigen meine Träume“, sagte er.

Hierzulande ist die Szene nicht so groß wie in den Beneluxländern, oder den Staaten, auch werden auf der Convention keine Preise vergeben. „Wir fokussieren uns besonders auf den Austausch“, betonte Deist.

In Ostende, Belgien, besuchen tausende Modellauto-Fans jährlich die größte Ausstellung dieser Art. Nach Frankfurt kommen rund 350 Besucher. Vor 21 Jahren berief Erich Schenkenberger zum ersten Mal diese Versammlung ein, der Veranstalter kommt ursprünglich aus dem Dragster-Rennsport. Dementsprechend hat der Autoliebhaber auch dieses Mal für ein besonderes Exponat gesorgt: In der Halle steht ein schwarzer Ford Galaxie von 1968 im Maßstab 1:1!

Einen Erlös erwarb das Orga-Team durch Kuchen-, Kaffee- und Wurstverkauf sowie Eintrittsgelder. Den spendeten sie an den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“. Wer die Veranstaltung dieses Mal verpasst hat, den heißen die Sammler und Bastler nächstes Jahr gerne willkommen.

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