Krankenpflegeverein Bergen-Enkheim informiert über Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Fünf neue Pflegegrade statt Pflegestufen

Der Vorstand des Krankenpflegevereins Bergen-Enkheim mit den Vortragenden des Informationsabends zum Thema Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Foto: zko

Bergen-Enkheim (zko) – Der Informationsabend zur Kurzzeit- und Verhinderungspflege des Krankenpflegevereins Bergen-Enkheim im evangelischen Gemeindezentrum Bergen war gut besucht.

Der Vorsitzende Rainer Stoerring begrüßte die interessierten Gäste und die Vortragenden: Christiane Heß und Miriam Keßler von der AOK, Oliver Zarrath, Leitung Pflege und Betreuung der Budge-Stiftung, Carola Jacobs-Zimmer, Bereichsleitung Wohnen Pflege sowie Betreuung und Holger Rohrbach, Bereichsleiter Hilfezentrum Pflegedienstleitung im Hufeland-Haus in Seckbach.

Zunächst informierten die Vertreterinnen der AOK über die fünf Pflegegrade, die im Jahr 2017 die bisherigen Pflegestufen abgelöst haben. Im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze habe die Pflegeversicherung die Verhinderungspflege neu definiert: Für bis zu sechs Wochen im Jahr können pflegende Angehörige nun eine finanzielle Unterstützung für ihre Abwesenheit beantragen. Die Verhinderungspflege werde dann von der Pflegeversicherung gezahlt, wenn der pflegebedürftige Versicherungsnehmer schon seit mindestens sechs Monaten von der Pflegeperson gepflegt wird und diese verhindert ist, also in den Urlaub fährt, eine Dienstreise wahrnehmen muss oder selbst erkrankt ist. „Wichtig ist, dass bei der Pflegeversicherung bei Urlaub oder Dienstreise einige Wochen vorher ein Antrag auf Verhinderungspflege gestellt wird“, hieß es seitens der Krankenkasse. Für die Verhinderungspflege kämen verschiedene Personen infrage, die allerdings etwas unterschiedliche Pflegeleistungen von der Pflegekasse erhalten. Bis zum zweiten Grad mit dem Pflegebedürftigen verwandte oder verschwägerte Personen zählen als nahe Angehörige und erhalten etwas geringere Leistungen als eine erwerbsmäßig tätige Pflegekraft oder entfernte Verwandte und Bekannte. Pro Jahr könnten pflegende Angehörige maximal 1612 Euro für die Verhinderungspflege beantragen, erfuhren die Zuhörer an dem Abend. Kombiniere man Kurzzeit- und Verhinderungspflege, weil die Gelder der Verhinderungspflege nicht gebraucht wurden, stehen für die Kurzzeitpflege insgesamt bis zu 3224 Euro pro Jahr zur Verfügung. „Benötigt man die Kurzzeitpflege nicht, stehen 1612 Euro pro Jahr plus 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege zur Verfügung, also insgesamt bis zu 2418 Euro. Für zusätzliche Unterstützungsleistungen wie Einkaufs- und Putzhilfe gibt es 125 Euro monatlich und pro Monat 40 Euro für Pflegehilfsmittel aus dem Sanitätshaus wie Inkontinenzvorlagen, Mundschutz, Desinfektionsmittel und andere notwendige Dinge“, informierten die Krankenkassenvertreterinnen.

Als Pflegestützpunkt wurde das Frankfurter Rathaus für Senioren – eine wettbewerbsneutrale und kostenlose Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflege – genannt. Anschließend stellte Oliver Zarrath die Einrichtung der Budge-Stiftung in Seckbach und ihre Angebote vor, Carola Jacobs-Zimmer und Holger Rohrbach das Hufeland-Haus im gleichen Stadtteil. Interessierte erfahren mehr über den Krankenpflegeverein Bergen-Enkheim im Internet unter www.krankenpflegeverein-bergen-enkheim.de.

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