Diskussion im Ortsbeirat um die Zukunft der Kleinmüllplätze in Bergen und Enkheim

Eine Schließung steht nicht an

Die Kleinmüllplätze bleiben erhalten, mittelfristig gibt es aber Handlungsbedarf. Foto: eis

Bergen-Enkheim (eis) – Für Unruhe in Bergen-Enkheim sorgte ein Bericht in einer Frankfurter Zeitung, in dem von einer Schließung der beiden Kleinmüllplätze und deren Ersatz durch einen größeren Wertstoffhof die Rede war.

Daher hatte der Ortsbeirat zu seiner jüngsten Sitzung Michael Werner, Pressesprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), eingeladen.

Werner erklärte, dass es derzeit seitens der FES keinerlei Veranlassung gebe, die Kleinmüllplätze zu schließen. Allerdings gebe es mittelfristig Handlungsbedarf, denn die Plätze seien zu klein und könnten nur wenige Abfallarten annehmen. Eine Erweiterung sei nicht möglich, da spiele die Naturschutzbehörde nicht mit. Zudem fehle ein Stromanschluss, was auch für die Mitarbeiter nachteilig sei und jetzt im Winter zu Schließzeiten bereits um 16 Uhr führe.

Der Ortsbeirat berief sich auf den bei der Eingemeindung geschlossenen Grenzänderungsvertrag, wonach die Plätze „für eine Übergangszeit“ erhalten bleiben sollen. Werner sagte, 40 Jahre seien eine sehr lange Übergangszeit. Eberhard Schwarz von der SPD-Fraktion erwiderte, dass im Vertrag auch festgelegt sei, bei geplanten Veränderungen eine Stellungnahme des Ortsbeirats einzuholen und zeigte sich verärgert, dass das Gremium von den Plänen aus der Zeitung erfahren habe.

Der FES-Sprecher erklärte, beide Plätze blieben erst einmal erhalten. Für einen größeren und moderneren Wertstoffhof gebe es momentan kein geeignetes Grundstück. Die Bedenken von Bevölkerung und Ortsbeirat sollten berücksichtigt werden, betonte Werner. In der Bürgerfragestunde zeigten sich die Bergen-Enkheimer skeptisch. Eine Bürgerin bezweifelte, dass die Pläne noch nicht spruchreif seien. „Warum geht die FES dann an die Presse?“, wollte sie wissen. Werner antwortete, er sei von dem Reporter nach seinen Wünschen gefragt worden.

Ein anderer Bergen-Enkheimer konnte keinen Bedarf für weitere Abfälle, wie Bauschutt erkennen. „Der vorhandene Bedarf für Grünabfälle und dergleichen ist genau abgedeckt“, befand er. Zudem fragte er, weshalb in Enkheim nicht längst ein Stromanschluss installiert sei, da in der Nähe eine Niederspannungsleitung vorbeiführe. Werner entgegnete, dies sei sehr kostspielig. Eberhard Schwarz schlug eine Solaranlage vor.

Ein weiterer Bürger fand, dass beide Plätze schon wegen der enormen Höhenunterschiede im Stadtteil erhalten bleiben müssten. Bei einer Schließung des Platzes am Landgraben sei zudem mit verstärkten Müllablagerungen im Berger Feld zu rechnen. Ellen Wild von der BFF-Fraktion wollte wissen, ob auf einem neuen Müllplatz die Entsorgung kostenpflichtig sein werde. Werner sagte, illegale Müllentsorgung sei eine Ordnungswidrigkeit, die auch bestraft werde. Die Entsorgung bestimmter Abfälle, beispielsweise Bauschutt oder Altreifen, sei sehr kostspielig. Dafür werde dann auch eine Gebühr erhoben.

Abschließend sagte der FES-Sprecher, dass er viele Argumente mitnehme und diese auch berücksichtigt würden. Er betonte, dass es derzeit keinen Handlungsdruck gebe und versprach „hoch und heilig“, den Ortsbeirat künftig frühzeitiger einzubinden.

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