IGfM transportiert Hilfsgüter in den Nordirak

Eine Dialyse-Station geht auf Reisen

Ein Team der IGfM verlädt Hilfsgüter in einen Sattelschlepper. Der Transport geht in den Nordirak. Foto: p

Bergen-Enkheim (sh) – Langsam rollt der vollgepackte Satteschlepper vom Hof. An Bord sind unter anderem medizinische Technik für Nierenkranke, dazu gehört eine komplette Dialyse-Station. Aber auch 60 Nähmaschinen sind dabei.

Der Lastwagen ist auf dem Weg von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) in Enkheim in den Nordirak. Dort benötigen die Opfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) die Hilfsgüter dringend.

„Der Transporter ist vier bis fünf Tage nach Dohuk im kurdischen Nordirak unterwegs. Die Hilfsgüter werden dann auf sechs Lager in Dohuk und Shingal verteilt“, berichtet Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der IGfM. Shingal gilt laut Lessenthin als Zentrum der Jesiden, einer kurdisch-religiösen Gemeinschaft. „Die Jesiden waren die Hauptopfer des IS“, sagt der Sprecher. Leiter des Hilfsgütertransports ist Khalil Al-Rasho, hauptamtlicher Mitarbeiter der IGfM. Er ist selbst kurdischer Jeside und kennt viele der Opfer. Während der vierwöchigen Transport-Aktion wird Al-Rasho mit mehreren Teams die Flüchtlingslager besuchen und die dortigen Programme begutachten. „Zum Beispiel ist in einem Team eine Zahnärztin, die mit ihren Helferinnen ehrenamtlich Zahnbehandlungen vornimmt“, erzählt Lessenthin.

Damit die Geflüchteten in den Lagern einer Aufgabe nachgehen können, gibt es unter anderem Nähprojekte. Dafür sind die Nähmaschinen gedacht, die nun auf dem Weg von Frankfurt in den Irak sind. „Die IS-traumatisierten Opfer finden mittels des Nähens eine sinnvolle Beschäftigung“, erklärt Lessenthin. Außerdem etablieren die ehrenamtlichen Helfer Sport- und Bildungsangebote.

Ganz wichtig ist die Anlieferung der medizinischen Hilfsmittel wie Rollstühle und Krücken – dieses Mal ist sogar eine Dialyse-Station mit dabei. „Die war eine Spende eines Krankenhauses aus Wertheim. Die Klinik bekam ein neues Gerät und hat uns ihr altes zur Verfügung gestellt. Es wird im Nordirak ein Dialyse-Gerät ersetzen, das noch aus den 70er Jahren stammt“, sagt Lessenthin.

Die Flüchtlingslager sind unterschiedlich strukturiert, häufig dienen nach wie vor Zelte als Unterkünfte und nicht immer seien dort alle Dinge so geregelt, wie sie sich die IGfM-Mitarbeiter wünschen würden. Die Rückeroberung der nordirakischen Stadt Mossul aus den Händen des IS habe die Lage vor Ort verändert. „Es gibt weniger staatliche Hilfe, umso wichtiger ist die ehrenamtliche Hilfe“, betont Lessenthin.

Wer die IGfM unterstützen möchte, ist willkommen, humanitäre, aber auch menschenrechtliche Hilfe zu leisten. „Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, sich zu engagieren. Zum Beispiel beim Sammeln und Herrichten von Transporten oder beim monatlich zugunsten der IGfM stattfindenden Flohmarkt am Bornheimer Uhrtürmchen. Oder indem man sich für Menschenrechte starkmacht. So gibt es beispielsweise in der Türkei viele politische Gefangene, für deren Freiheit wir kämpfen“, sagt Lessenthin.

Die IGfM, Borsigallee 9, ist erreichbar unter Z 069 4201080 und im Internet unter www.menschenrechte.de.

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