Komponist Gerhard Müller-Hornbach bei „neun-x-neu“ im Portrait

Durch die Beatles zur Musik gekommen

Kantor Wolfgang Runkel (links) im Gespräch mit dem Komponisten Gerhard Müller-Hornbach. Foto: zko

Bergen-Enkheim (zko) – In der Reihe „neun-x-neu“ der evangelischen Kirchengemeinde Bergen-Enkheim fand das dritte und letzte Komponistenportrait in diesem Jahr statt.

Kantor Wolfgang Runkel hatte Gerhard Müller-Hornbach zum Gespräch eingeladen sowie zwei seiner Schüler, Sabine Ambos (Blockflöte) und Sandro Hirsch (Trompete), die eigens für sie und mit ihnen komponierte Werke vortrugen.

Runkel selbst hatte den Komponisten 2002 an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst kennengelernt. Müller-Hornbach erläuterte, dass er relativ spät zur Musik gekommen sei, da ihm durch sein Elternhaus wenig künstlerische Impulse vermittelt wurden. Er brachte sich autodidaktisch Gitarre bei, da ihn die Beatles sehr faszinierten und er die anspruchsvollen Stücke der britischen Beat-Band spielen wollte. „Ich hatte eine ganz naive Herangehensweise, wollte mir das Instrument unbedingt selbst beibringen“, berichtete der Musiker. Später seien noch die Instrumente Trompete, Horn und Klavier hinzugekommen. Müller-Hornbach begann ein Studium der Schulmusik und wurde von seinem Kompositionslehrer Hans Ulrich Engelmann gefördert. Anschließend studierte er Komposition. „Die Arbeit mit jungen Menschen empfand und empfinde ich als sehr inspirierend“, erläuterte Müller-Hornbach. „Sie ist mir auch eine wichtige Inspirationsquelle für meine eigene künstlerische Arbeit.“ Seit drei Jahren ist er nun im Ruhestand und hat endlich ausreichend Zeit für seine künstlerischen Projekte.

Sabine Ambos interpretierte nach dem ersten Gesprächsblock die Komposition „Sisyphos“ aus dem Jahr 2004, die auf ihre Anregung und eigens für ihr Instrument Blockflöte komponiert worden war. Es war für das Publikum faszinierend zu erleben, was die Musikerin ihrer Tenorblockflöte entlockte: Man meinte vor seinem geistigen Auge ganz plastisch den immer wieder herabrollenden Stein dieser Figur aus der griechischen Mythologie zu sehen.

Ebenso begeisterte Sandro Hirsch mit der Komposition „Dhyana“ aus dem Jahr 2018/19 und machte mit seiner Trompete nahezu Unmögliches möglich. Die Zuhörer erlebten wohl zum ersten Mal, dass man gleichzeitig einen Ton auf der Trompete erzeugen und singen kann. Das erfordert nicht nur großes Können, sondern auch sehr viel Übung. Die gemeinsame Freude daran, musikalisch an die eigenen Grenzen zu gehen, war ganz offensichtlich und Sandro Hirsch erläuterte seine spezielle Technik der Zweistimmigkeit.

Nach weiteren Erläuterungen zu Themen und Technik der Kompositionen spielten die beiden Musiker ihre Werke noch einmal, um dem nun geschulten Publikum ihre Kunstfertigkeit wiederholt zu demonstrieren. Ein spannender und ereignisreicher Abend, an dem auch Bereiche „hinter der Musik“ erhellt wurden.

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