Ernste Töne beim Neujahrsempfang des Vereinsrings und des Ortsbeirats

Anderen ein Vorbild sein

Der FC Germania Enkheim bittet zu Tisch: Beim Neujahrsempfang stellen die Sportler Footmesa vor. Foto: sh

Bergen-Enkheim (sh) – Neben gut gelaunten Gesprächen an den Tischen und einem bunten, abwechslungsreichen Bühnenprogramm, klangen beim Neujahrsempfang des Vereinsrings Bergen-Enkheim und des Bergen-Enkheimer Ortsbeirats ungewöhnlich viele ernste Töne an.

So thematisierte die Vereinsringvorsitzende Beatrix Müller-Mamerow die Einstellung verschiedener Veranstaltungen, während die Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese auf mangelhafte Umgangsformen gegenüber den Lokalpolitikern einging.

Der „Sports & Fun Day“ habe vergangenes Jahr zum letzten Mal stattgefunden. Der Grund: Schwierigkeiten, die erforderliche Manpower für die Planung zu finden, sagte Müller-Mamerow. Auch das Altstadtfest pausiere dieses Jahr – einmal, da die für die Sanierung des Schelmenburgplatzes zuständigen Ämter die Anfragen des Vereinsrings bezüglich der Terminierung nur unzureichend beantwortet hätten und zum anderen aufgrund der starken Konkurrenz durch den Hessentag in Bad Vilbel. Ebenfalls zu bedauern sei, dass die Konzertreihe „neun-x-neu“ den Sparzwängen der Landeskirche zum Opfer gefallen sei, bedauerte Müller-Mamerow. Sie schloss ihre Rede dennoch optimistisch und appellierte an das Publikum, anderen ein Vorbild zu sein und darin jeden Tag ein bisschen besser zu werden – getreu dem Motto: Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.

Renate Müller-Friese führte passend dazu aus, dass ihr in Bergen-Enkheim – eigentlich „die Insel der Glückseligen“ – kollektives Meckern begegne. Die Stimmung sei negativ, neidisch und pessimistisch. Anstatt glücklich über die Umsetzung von Projekten wie die „bespiel- und besitzbare Stadt“ zu sein, würden die ehrenamtlichen Politiker beschimpft und sogar bedroht, da einigen die bunt bemalten Betonscheiben, die zum Spielen und Verweilen einladen sollen, nicht gefallen. Auch für die bemalten Poller an der Marktstraße gab es Kritik. „Ein Facebook-Kommentar lautete: Gruselige Verschlimmbesserung“, zitierte Müller-Friese. „Wir machen den politischen Job für Bergen-Enkheim und seine Bürger, weil wir etwas bewegen wollen“, stellte die Ortsvorsteherin klar.

Als Gastredner traten Bergen-Enkheims Apfelweinkönigin Sissy I. sowie der Stadtverordnete Stefan Freiherr von Wangenheim ans Pult. Dieser rief dazu auf, für die Gemeinschaft einzustehen und Demokratie und Freiheit zu bewahren. Alon Meyer, Präsident des TUS Makkabi, äußerte sich zu Antisemitismus, Respekt und Integration in Alltag und Sport. Musikalisches gab es von der Stadtkapelle Bergen-Enkheim, einen Tanz der „Kuschelmonster“ von der Minigarde des Karnevalvereins Enkheim, einen Auszug aus dem Goethe-Projekt der Schelmenspieler, eine Schwimmnudel-Choreografie der Gymnastikgruppe der SG Enkheim sowie Einblicke in den Sport Footmesa/Footvolley, einer neuen Abteilung des FC Germania Enkheim.

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