Felix Hulbert berichtet im Zoo vom kleinen Land Gambia und seiner großartigen Tierwelt

Von Zwergagame und Speikobra

Felix Hulberts Foto der Weidholz‘ Zwergagame. Foto: Felix Hulbert/p

Ostend (jf) – Das rund 6000 Kilometer Luftlinie entfernte Gambia in Westafrika wird vom Senegal umschlossen. Es ist der kleinste Staat des afrikanischen Festlandes und halb so groß wie Hessen. Mit zwei Millionen Menschen hat Gambia nur ein Drittel der Einwohner Hessens.

Dafür punktet das knapp 500 Kilometer lange und maximal 50 Kilometer breite Land an den Ufern des Gambia-Flusses mit einer unglaublichen Artenvielfalt: 572 Vogelarten wurden dort gezählt – in Deutschland gibt es nur etwa 300.

Felix Hulbert, Reptilienspezialist und seit vielen Jahren in der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde aktiv, war mehrfach in dem kleinen westafrikanischen Staat. Im Zoo Frankfurt ist er seit etwa zwei Jahren für Bautechnik zuständig. Er besuchte Gambia in der Regen- und in der Trockenzeit. „Mich interessierten nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen. Gambia ist unter Deutschen wenig bekannt. Es lohnt sich jedoch, nicht nur die Hauptstadt Banjul, die größte Stadt Serekunda und die touristische Küstenregion zu besuchen, sondern auch die Dörfer tiefer im Landesinneren“, sagte Hubert zu Beginn seines Vortrags „Kleines Land am großen Strom – Zoologische Impressionen aus Gambia“ im Zoo-Gesellschaftshaus.

Vögel sind überall und in unglaublicher Vielfalt zu sehen. Selbst auf dem Etikett eines Bieres ist ein Senegalliest, eine hübsche Eisvogelart, abgebildet. Hulbert wollte vor allem die seltene und wunderschön gefärbte Weidholz‘ Zwergagame entdecken, sie ist vom Kopf bis zum Rumpf höchstens 65 Millimeter groß, misst also kaum die Länge eines Zeigefingers.

Erstaunlich groß sind dagegen die Ratten in Gambia, sie können bis zu einem Meter lang werden. „Traurig ist jedoch ihr Schicksal, denn sie werden zum Aufspüren von Landminen eingesetzt“, bemerkte der Referent.

Wesentlich kleiner und erstaunlich akrobatisch sind Geckos.

„Es gibt witzige Stummelaffen, Paviane und bettelnde Meerkatzen im Regenwald. Man sollte auf herabfallende Palmwedel achten“, sagte Hulbert. Und natürlich gibt es Vögel, wie den hübschen Purpur-Glanzstar, Nashornvögel und Papageien.

Mitten im Gambia-Fluss liegt Kunta Kinteh Island, bis 2011 James Island. Dieser ehemalige Platz des Sklavenhandels erlangte traurige Berühmtheit, der Pulitzer-Preisträger Alex Haley erzählte in seinem Roman „Roots“ von seinen möglichen Vorfahren, die von dort als Sklaven in die USA kamen. Seit 2003 zählt die Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Hulbert besuchte Menschen in ihren Dörfern, einen französischen Freund, der sich um Naturschutz kümmert. Der wurde auch benachrichtigt, als Dorfbewohner eine Schlange im Brunnen entdeckt hatten. „Wir haben die Schlange, eine Speikobra, aus dem Brunnen geholt, gerettet, umgesiedelt und den Dorfbewohnern Geld dafür gegeben, dass sie das Tier nicht erschlagen haben“, erzählte Hulbert.

Felix Hulbert hat die Weidholz‘ Zwergagame schließlich doch noch gefunden, mit blauem Kopf und gemusterten Flanken ist sie ein echter, wenn auch kleiner Hingucker.

Der nächste Vortrag in der Reihe „Erlebnis Zoo – Abenteuer Naturschutz“ findet am Dienstag, 4. Februar, um 18 Uhr statt. Der Abend trägt das Thema „Tierische Jobs. Verblüffende Geschichten aus dem Tierreich“, erwartet wird Tierbuchautor Mario Ludwig.

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