Infoveranstaltung des Kinderbüros

Wenn Kinder Tablets wollen

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Beate Kremser (links) und Madeleine Michaelis im Kinderbüro in der Schleiermacherstraße.

Nordend (zmo) – Junge Eltern haben es wahrlich nicht immer leicht. Sie müssen ihrem Nachwuchs nicht nur die Schnuller und Trotzphasen abgewöhnen, sondern auch aufpassen, dass dieser nicht von Medienangeboten jeglicher Art überfordert und in seiner Entwicklung behindert wird.

Viele Eltern wissen nicht, was zu tun ist, wenn die Kinder hartnäckiger nach dem Smartphone oder Tablet verlangen. Es gibt eine Menge Ratschläge, wann es so weit ist, ein Kleinkind in die Welt der Medien zu führen. Aber welche sind richtig? Im Frankfurter Kinderbüro in der Schleiermacherstraße hatten Eltern in der vergangenen Woche Gelegenheit, sich beraten zu lassen. Eingeladen wurde Beate Kremser, Medienpädagogin aus Neu-Isenburg, die sich seit fast 20 Jahren mit dem Thema „Digitale Medien und ihre Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche“ beschäftigt, Vorträge hält und Workshops gibt.

Eine Frage, die viele Mütter beantworten müssen: „Andere Kinder haben auch ein Smartphone, warum darf ich keins haben?“ „Natürlich ist es für die Eltern oft schwer, im Alltagsstress ihrem Kind in Ruhe zu erklären, warum es etwas nicht bekommt, oder warum nicht alles richtig sein muss, was die anderen haben“, sagte die Pädagogin. „Es gibt nicht den einzigen, richtigen Zeitpunkt, ab dem Kinder digitale Medien benutzen dürfen. Aber wenn die Eltern für zu früh halten, dann müssen sie es konsequent verbieten. Außerdem sollten sie den Kindern vernünftig erklären, warum sie etwas nicht dürfen. Bieten Sie Ihrem Kind stattdessen Alternativen an, die andere Kinder vielleicht nicht kennen“, schlug Beate Kremser vor.

Oft seien es auch die Eltern, die ständig mit dem Smartphone kommunizierten, viel Fern sähen oder andere Medien benutzten und damit ihre Kinder animieren. Dann würde es immer schwieriger werden, die Mediennutzung zu verbieten. Bei dem 14 Monate alten Henri sieht das anders aus: Seine Mutter erzählte in der Runde, dass zu Hause überhaupt kein Fernseher läuft, wenn der Sohn dabei ist. Die Eltern beschäftigen sich viel mit Henri, lesen und spielen mit ihm. „Wenn er in die Kita kommt, werden wir ihm beim Zugang zu den Medien helfen“, sagte Henris Mutter. Dass eine unkontrollierte Nutzung von Smartphones und Tablets bei Kindern zu Hyperaktivität, Fettleibigkeit sowie Sprach- und Konzentrationsstörungen führen kann, zeige auch eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie.

Das Frankfurter Kinderbüro ist Anlaufstelle für Eltern und Kinder und hilft bei Fragen und Problemen. „Wir stellen Eltern Infomaterial zur Verfügung, vermitteln an entsprechende Einrichtungen, veranstalten Workshops und haben dienstags von 14 bis 17 Uhr zusätzliche Sprechstunden für Eltern und Kinder bis drei Jahren“, sagte Kinderbüro-Mitarbeiterin Madeleine Michaelis.

Weitere Informationen zum Kinderbüro stehen im Internet auf www.frankfurter-kinderbuero.de.

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