Kunstworkshop im Nachbarschaftsbüro

Auf dem Wasser Bilder malen

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Elsa Höxtermann und Ella Schmid präsentieren stolz ihre Werke.

Riederwald (zlu) – Vergangenes Wochenende stand das Riederwälder Nachbarschaftsbüro ganz im Zeichen der Kunst: An gleich zwei Nachmittagen konnten Kinder und Erwachsene ihrer Kreativität beim Malen auf dem Wasser freien Lauf lassen.

„Ebru“ ist eine der ältesten, traditionellen türkischen Kunstformen. Dabei werden Ornamente, Kalligrafie, Blüten und Muster mit verschiedenen Farbmischungen auf Leimwasser aufgetragen und nach Belieben marmoriert. Um das Endergebnis zu fixieren, wird ein Blatt Papier aufgelegt und abgezogen. „Und obwohl man das Blatt dann über den Rand des Wasserbehälters zieht, erhält man ein exaktes Ebenbild der Wasseroberfläche“, erklärt Kursleiterin Sema Yilmaz. „Das ist das Magische daran!“

Die Wurzeln der Ebru-Kunst reichen bis weit in die Vergangenheit. Es wird vermutet, dass ihre Anfänge bereits auf das achte oder neunte Jahrhundert datiert werden können. Von Japan und China aus gelangte die Marmoriertechnik in die Türkei und nach Persien. Die Sufigemeinschaften des Osmanischen Reiches sahen in dem komplexen Herstellungsverfahren des Papiers eine meditative Beschäftigung. Die Blüten und Ornamente auf der Marmorierung wurden als eine Metapher für die Unendlichkeit und der Schöpfung gesehen. 2014 trug die Unesco die Ebru-Kunst in die Liste des geistigen Weltkulturerbes der Türkei ein.

Obwohl Ruhe und Geduld die Schlüssel zum erfolgreichen Malen auf Wasser sind, kann auch ein Laie in 15 bis 20 Minuten ein eigenes Kunstwerk zaubern. Nachdem die Bilder getrocknet waren, konnten die Teilnehmer sie am selben Abend stolz nach Hause tragen. „Das hat so einen Spaß gemacht“, sagte Asya, die Enkelin von Sema Yilmaz. Auch Elsa Höxtermann, Ella Schmid und die Eltern waren beeindruckt von der neu erlernten Kunstform und dem eigenen Schaffen.

Yilmaz sprach sich mit Nachdruck für Quartiersmanager Sebastian Wolff aus. Mit seinem Engagement mache er die vielfältigen Kursangebote und Veranstaltungen im Riederwald erst möglich und trete für deren Finanzierung ein. Seit 2010 begleitet das Quartiersmanagement im Rahmen des „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ die soziale Stadtteilentwicklung im Riederwald. Träger ist das Diakonische Werk Frankfurt am Main. Wer wissen möchte, was der März im Riederwald noch zu bieten hat, kann das Programm auf www.aktiv.frankfurter-verband.de einsehen. Willkommen sind selbstverständlich auch Interessenten aus anderen Stadtteilen.

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