Das Volk wählt die Königin

Bienenbaum-Wipfelpfad erhält UN-Preis für biologische Vielfalt

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Freuen sich über das tolle Bienen-Projekt: Cher Haurová mit Urkunde und „Vielfalts-Baum“, Corina Haurová, Hermann Steib und Martina Feldmayer (von links).

Ostend (jf) – Im Neuen Frankfurter Garten auf dem Danziger Platz wird gefeiert. Der Anlass: Deutschlands erster Bienenbaum-Wipfelpfad wird mit dem UN-Preis für biologische Vielfalt ausgezeichnet und darf den Titel zwei Jahre lang tragen und nutzen.

Seit 2017 gibt es den Bienenbaum-Wipfelpfad, der Verein Bienen-Baum-Gut hat ihn angelegt. Dieser Zusammenschluss von Bienen- und Naturfreunden übernahm 2018 auch den Neuen Frankfurter Garten. „Ich habe für die Bienen extra einen Motorsägenschein gemacht“, erklärt Corina Haurová, zweite Vorsitzende des Vereins, die eine Menge über Bienen weiß. Sie höhlte mit anderen Engagierten Baumstämme aus, damit sich dort Bienen ansiedeln können.

Sechs Völker mit je 40.000 bis 60.000 Bienen leben gegenwärtig im hinteren Bereich des Neuen Frankfurter Gartens. „Sie wählen selbst, wo sie wohnen möchten; zur Verfügung stehen zwei Einbeuten – eine Bienenbox und eine Bienenkiste, Klotzbeuten und Lüneburger Stülper – so lautet die Fachbezeichnung für den Bienenkorb, der an Zeichnungen von Wilhelm Busch erinnert“, erläutert Hobby-Imkerin Ruth Perk. Alle am Danziger Platz lebenden Bienen sind Naturschwärme. „Im Neuen Frankfurter Garten achten wir auf bienenfreundliche Pflanzen“, fügt die Expertin hinzu.

Eine Biene besucht etwa 4000 Blüten pro Tag, für ein Kilo Honig müsste das Insekt eine Strecke bewältigen, die einmal um die Welt reicht. „Am liebsten siedelt die Biene in einer Höhe von etwa fünf Metern“, bemerkt Perk. Etwa so hoch sind die beiden Plattformen in den Bäumen mit der rund sieben Meter langen verbindenden Hängebrücke dazwischen.

„Die Bienen wählen über die Fütterung der Larven selbst, wer neue Königin des Volkes wird. Die Königin entscheidet mit der Eiablage über Drohne und Arbeitsbiene. Sie legt pro Tag etwa 2000 Eier. Es gibt sehr viel Interessantes, wenn man sich intensiv mit Bienen beschäftigt“, weiß Perk.

Die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer hat sich inzwischen den Bienenbaum-Wipfelpfad zeigen lassen. Sie würdigt die Tätigkeit des Vereins: „Die Aktiven haben Schwerstarbeit beim Aufbau geleistet. Das alles ist richtig gut für die Bienen, die Bäume und die Menschen. Dieser Pfad dient also dazu, Vielfalt zu stärken.“

Auch Ortsvorsteher Hermann Steib lobt die Anstrengungen: „Ohne den Neuen Frankfurter Garten und den Verein und hätten wir eine Betonwüste auf dem Danziger Platz.“ Er fordert auf, sich einzubringen: „Wir brauchen noch fleißige Helfer auf dieser Oase.“ Interessierte können sich auf der Homepage www.bienen-baum-gut.de informieren.

Matthias Baumgartner an der Gitarre und die tolle Stimme von April King sorgen anschließend für eine ausgelassene Feier.

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