Neues Stück im Internationalen Theater Frankfurt

Verzweiflung der Frauen Trojas

Die Verzweiflung über den zehn Jahre anhaltenden Krieg den Frauen Trojas ins Gesicht geschrieben. Schauspielerin Vera Mark (links) spielt Andromache und Anna Rogers, die als Hecuba auf der Bühne zu sehen ist. Foto: p

Ostend (oh) – Das Internationale Theater in Frankfurt feierte am Samstag Premiere des englischsprachigen Stücks „Trojan Women“ von Euripides.

Regie des vom internationalen Ensemble „Shakespeare Frankfurt“ gespielten altgriechischen Klassikers führt PJ Escobio, Co-Regie hat Varvara Pomoni.

Und darum geht’s inhaltlich in dieser schwermütigen Tragödie: Der griechischen Tragödiendichter Euripides beschreibt die traurige Geschichte der Frauen Trojas, die nach dem zehnjährigen Krieg mit den Griechen die Verluste ihrer zahlreich getöteten Männer betrauern müssen. Verzweifelt blicken sie in das, was unvermeidlich bevorsteht: Ein Leben in der Versklavung. Dabei lassen die neuen Herrscher ihrer geliebten Heimat sie deutlich spüren, welche Verachtung sie ihnen entgegenbringen. Und sie schrecken selbst vor Vergewaltigung und brutalen Morden nicht zurück.

Hauptrolle des Stücks über die leidgeprüften Frauen Trojas ist Hecuba. Sie soll für Odysseus als Sklavin ihr Dasein fristen. Noch mehr schmerzt sie aber, was ihren Töchtern angetan wird. Auch den Tod ihres Enkelsohnes muss sie miterleben. Interpretiert wird ihre Rolle in grandioser Weise von Anna Rogers. Voller Inbrunst mit jeder Faser ihres Körpers lässt sie die Zuschauer an ihrer Verzweiflung angesichts der Gräueltaten des Krieges teilhaben. Auch ihre Mimik und Sprache überzeugen. Überhaupt gelingt es dem Ensemble von Shakespeare Frankfurt, das griechische Original in 95 Minuten (ohne Pause) beklemmend und doch unterhaltsam darzustellen. Neben musikalischen Einlagen, die dem Stück eine moderne Note verleihen, sind auch Bühnenbild und Kostüme ein Augenschmaus. Das alles entführt die Zuschauer in eine Zeit längst vergangener Zivilisation. Für Nicht-Englischmuttersprachler könnte es herausfordernd sein, dem Bühnengeschehen zu folgen. Daher empfiehlt es sich, vorab den Inhalt der Tragödie zu lesen. So oder so können Fans des klassischen Theaters einen kurzweiligen Abend erwarten.

Weitere acht Aufführungen des Stückes „Trojan Woman“ gibt es von Freitag, 14. Februar, bis Freitag, 28. Februar, jeweils ab 20 Uhr (außer 16. Februar, dann ab 18 Uhr). Alle Termine und Tickets ab 25,20 Euro gibt’s auf www.internationales-theater.de.

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