Bornheimer Wahrzeichen erstrahlt auf der Berger Straße in frischem Glanz

Das Uhrtürmchen ist zurück!

Götz Bormuth empfängt das einschwebende Oberteil des Denkmals. Foto: Schneider

Bornheim (zjs) – Rückwärts fährt der Schwertransporter auf der Berger Straße vor dem Café Wacker in der Fußgängerzone an seinen Bestimmungsort.

Geladen hat er zwei Teile des Uhrtürmchens, das nach fünf Wochen Frischenzellenkur wieder an seinem alten Standplatz aufgebaut werden soll. Dafür zuständig ist die Firma Bormuth Metallkultur aus Groß-Umstadt, die das Bornheimer Wahrzeichen die letzten Wochen in Bearbeitung hatte.

„Das Objekt wurde gestrahlt und feuerverzinkt, korrodierte Teile wurden ausgetauscht und teilweise ergänzt und es wurde mit einem neuen Anstrich versehen, die Uhren haben neue Plexiglasscheiben bekommen“, fasst Metallrestaurator Götz Bormuth die ausgeführten Arbeiten zusammen. Viele Schaulustige bleiben an diesem trüben Morgen stehen und fragen, ob das Uhrtürmchen jetzt eine Sonderbeschichtung erhalten habe, damit die Schmierfinken und Plakatierer keine Chance mehr hätten. „Bei der Oberflächenstruktur sei es nicht möglich, eine Antihaftbeschichtung anzubringen wie bei einer Glasfläche“, erklärt der Fachmann.

Die Bornheimer identifizieren sich mit einem ihrer bekanntesten Wahrzeichen und schon taucht ein Schild auf: „Schön, dass Du wieder da bist. Wir haben Dich vermisst!“ ist darauf zu lesen, denn fünf Wochen lang ging der Blick zur bekannten Uhr ins Leere. Die Gespräche an der Absperrung drehen sich um das Aussehen des Türmchens, denn etliche Zaungäste äußern die Befürchtung, dass nach kurzer Zeit wieder alles verschmiert wäre oder Aufkleber das historische Kleinod verunstalten würden. Das Problem ist auch Margit Martin-Marx und Franz Steul vom Gewerbeverein Bornheim bekannt, die sich zwischenzeitlich eingefunden haben, und auch Jann S. Wienekamp vom „Bürgerverein und Förderkreis historisches Bornheim“ hat dafür kein Patentrezept parat.

Der Kran hat jetzt das Kopfstück des Uhrtürmchens aufgesetzt und die Fachleute verschrauben es mit dem Korpus. Dafür klettern sie in das Gehäuse, das sonst verschlossen ist. Den Schlüssel erhält dann die Verkehrsgesellschaft Frankfurt, denn sie ist für das Uhrwerk und die vier Uhren zuständig, für den Rest das Dezernat Kultur und Wissenschaft.

Nachdem alles wieder steht, wird der Naturstein am Sockel gereinigt und die Hölzer der Bank ausgetauscht, um ein einheitliches Bild zu erhalten. Rund 39.000 Euro kostete die Maßnahme, die aus dem Etat des Kulturamtes finanziert wird. Die Bornheimer freuen sich, dass das bekannte Denkmal mit den Sitzbänken wieder an seinem Standort in frischem Glanze erstrahlt.

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