Zwölfte Katastrophenschutz-Großübung „Frankopia” im Osthafen

Üben für den Ernstfall

Die Einsatzkräfte schieben einen verletzten Jugendlichen gemeinsam auf einer Trage zum Rettungszelt. Fotos: Lutter

Ostend (zlu) – Schmerzensschreie, blutverschmierte Körper und ohrenbetäubendes Sirenengeheul – alles nur Simulation. Aber wer sich mittendrin befand, konnte auch schnell mal vergessen, dass es sich um eine Übung handelte, so real war das Szenario nachgestellt.

Rund 450 haupt- und ehrenamtliche Kräfte von Hilfsorganisationen, Rettungsdienst und Feuerwehren trainierten am Samstag bei der zwölften Katastrophenschutz-Großübung „Frankopia” den Ernstfall.

„In einer Großstadt wie Frankfurt, müssen wir uns mit allen Hilfsorganisationen gemeinsam auf Situationen vorbereiten, die jederzeit passieren können, jedoch in ihrer Schadenslage so groß und komplex sind, dass wir sie nicht alltäglich erleben und auch nur gemeinsam lösen können”, erklärt Übungsleiter Johannes Pranghofer vom Malteser Bildungszentrum.

Vernetzt versorgen, dieses Prinzip ist das Herzstück der sanitätsdienstlichen Leistung in Frankfurt. Die über 3000 ehrenamtlichen Helfer, der in der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen (AGFH) zusammengeschlossenen Verbände, leisten dazu fast täglich einen Beitrag.

Bei Großeinsätzen müssen aufgrund der Auslastung der hauptberuflichen Kräfte bereits früh ehrenamtliche Helfer in die Planung eingebunden werden. Aufgrund der Verkehrsbelastung in Frankfurt und den damit verbundenen Schwierigkeiten, mögliche Einsatzorte innerhalb der Hilfsfrist von zehn Minuten zu erreichen, werden schon vorab Einsatzabschnitte definiert.

Auch an diesem Tag wussten die Helfer nicht, was auf sie zukommen wird. Das bewährte Übungskonzept konfrontiert die Einsatzkräfte jährlich mit neuen Schadenslagen. Von acht bis 17 Uhr wurden die Szenarien auf dem vier Quadratmeter großen Gelände des Osthafens so realistisch, wie möglich nachgestellt.

Nach Übungen zur organisationsübergreifenden Zusammenarbeit ging es um 16 Uhr zur Großübung. Das Szenario: Zwei Züge sind kollidiert und in Brand geraten. Alle Hilfsorganisationen waren dabei: Neun Rettungswagen, nur mit auszubildenden Notfallsanitätern besetzt, zwei Löschzüge, Führungskräfte, das Technische Hilfswerk (THW) und vier Teileinheiten der Katastrophenschutzzüge aus dem medizinischen Bereich waren vor Ort, um rund 50 Patienten zu versorgen. Die Kräfte für die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) unterstützten sie.

Der Einsatzleiter entscheidet in solchen Fällen, welche Kräfte, in welcher Reihenfolge herangezogen werden. Patienten-Karten mit einem Farbcode-System informieren die Rettungskräfte über die Dringlichkeit der Versorgung einzelner Opfer.

Als Behandlungsplatz diente ein aufblasbares Behelfskrankenhaus. Es war innerhalb von 20 Minuten aufgebaut und mit allen wichtigen Hilfsmitteln zur Erstversorgung der Patienten ausgestattet.

Die Aktion lief für Übungsbeobachter Nicolai Friederici zufriedenstellend ab: „Klar, wurden auch Fehler gemacht, schließlich wollen wir die Leute ja bewusst unter Stress setzen, sodass sie auch unter Adrenalin funktionieren, deswegen üben wir den Ernstfall ja. Letztendlich haben aber alle das gemacht, wofür sie ausgebildet wurden und das haben sie gut gemacht.“

Im Anschluss gab’s für alle Teilnehmer erst einmal etwas zu essen, bevor die Nachbesprechung der Übung anstand.

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