Fraktionsvorsitzender Nils Kößler zu Gast beim Neujahrsempfang der CDU Riederwald

Tunnel, Bühnen und Doppelhaushalt

Sybill Meister bedankt sich bei Nils Kößler. Foto: Faure

Riederwald (jf) – „Es wird wohl nicht so voll heute, viele sind krank“, sagte Sybill Meister, Vorsitzende des CDU-Stadtbezirksverbandes Riederwald.

Doch sie hatte sich getäuscht: Schließlich fanden viele, darunter Gäste aus dem Landtag, Stadtverordnete und Ortsbeiräte, den Weg ins Vereinsheim des Kleingartenbau-Vereins Ostend zum Neujahrsempfang der CDU Riederwald. Meister begrüßte alle Ankommenden persönlich. In ihrer Ansprache bedankte sie sich zuerst beim Team des Vereinsheims.

„Frankfurt wächst und ist beliebt“, sagte Meister, „das führt allerdings auch zu Problemen bei Wohnraum und Mobilität.“

Im Jahr 2019 konnte das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts und das 30. Jahr nach der Öffnung der Mauer gefeiert werden. Aber es gab auch dunkle Stunden, beispielsweise den Brand der Notre Dame in Paris, die Ermordung von Walter Lübcke bei Kassel, der Anschlag auf die Synagoge in Halle. Die Wahlen in den einzelnen Bundesländern fielen für die großen Volksparteien nicht gut aus. Der Klimawandel beschäftigte viele. Im noch jungen Jahr 2020 verließ Großbritannien die EU, das sei schade.

Im Riederwald komme man dem Tunnelprojekt, für das 477 Millionen Euro für eine Strecke von 1,1 Kilometern veranschlagt sind, ein Stück näher und hoffe auf den Baubeginn Ende 2021.

Zu Beginn seiner Rede stellte Nils Kößler, seit Juli 2019 Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, fest: „Politik ist den Bürgern vor Ort am nächsten.“ Auch er ging auf die „unendliche Geschichte des Tunnels“ ein: „In Indien und China sind solche Projektzeiträume unvorstellbar.“ Jede weitere Verzögerung sei nicht mehr vertretbar, sagte er unter Beifall.

Traurig für die Stadt sei der Wegfall der IAA und damit ein Verlust von 260 Millionen Euro Umsatz in der Gastronomie und bei den Taxiunternehmen. „Ob die Haltung des Oberbürgermeisters beim Thema IAA so gut war, ist zu hinterfragen“, äußerte Kößler.

Ein weiteres großes Thema seien die Städtischen Bühnen, denn „die Bedeutung der Kultur geht über die Stadtgrenzen hinaus“. Einheitlich habe man sich für den Neubau entschieden, nur über den richtigen Ort streitet man. Die CDU schlägt einen neuen Standort auf dem Raab-Karcher-Gelände im Osten vor, ist jedoch offen für eine Debatte. „Das Festhalten am Willy-Brandt-Platz ist aber nicht mehr zeitgemäß“, sagte Kößler. Dieser Platz gehöre ohnehin nicht zu den schönsten der Stadt und müsse neu gestaltet werden.

Eine große Aufgabe für Frankfurt sei der Wohnungsbau. Mieten steigen, junge Familien könnten sich kaum noch eine größere Wohnung leisten. Eine Zuzugsbeschränkung für Frankfurt sei da keine Option. Aber Wohnungsbau müsse auch in der Fläche erfolgen. Bei der Entwicklung neuer Wohngebiete dürfen zudem soziale Aspekte, so der Bau von Versorgungs- und Bildungseinrichtungen, nicht aus dem Blick geraten.

Sybill Meister bedankte sich anschließend bei Nils Kößler. Für die Anwesenden blieb bei Kaffee, Kreppeln und Brezeln noch genügend Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

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