Carneval-Club Frankforter Schlippcher feiert ausgelassen mit vielen Gästen

Tolle Tänze und spitze Worte

Die „Marionetten“ aus Jügesheim begeistern dieses Jahr als Meerjungfrauen das Publikum. Fotos: Faure

Bornheim (jf) – Im Saalbau Bornheim ging es heiß her: Unter dem Motto „Zwanzisch vorne – Zwanzisch hinne, Schlippcher Fassnacht duht beginne“ entzündete traditionell zunächst das Darmolmännchen alias Helga Morgenstern dem Elferrat auf der Bühne die Lichter an.

Dieser marschierte anschließend mit der „Dance Cooperation“ der „Stichlinge“ aus Niederrad ein. Dann kamen schon das Frankfurter Prinzenpaar Jonas I. und Sandra I, gefolgt vom Kinderprinzenpaar Tim I. und Anna I. auf die Bühne.

Die „Dance Cooperation“ der „Stichlinge“, trainiert von Andrea Bender und Alexander Klein – einer der wenigen Männer in einer Garde – begeisterte mit einem Marschtanz in schwarz-silbernen Kostümen.

Anschließend lauschte das Publikum dem seit Jahren spitzzüngig die Ereignisse betrachtenden Ralf Falkenstein. „Strohhalme weg, Kassenbons her. Videobeweis funktioniert nicht so sehr“, zog der Protokoller Bilanz. Eine halbe Milliarde Steuergelder für eine verzockte Maut – „Leut, was werden wir verarscht, ich hab‘ die Schnauze voll“, kommentierte Falkenstein. Die Groko sei zur Kleiko geworden, es gebe nur noch Streit, statt nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Deshalb schlug der Redner vor: „Rückruf-Aktionen wären auch in der Politik ganz schön.“

Energisch wandte er sich gegen die Gaffer und Fotografierer bei Unfällen: „Und die Filmchen landen nach kurzer Zeit im Internet.“ Das gehe gar nicht und müsse streng bestraft werden.

Die First Lady Viktoria I. des Clubs der Knöchelträger aus Mannheim im königlichen Outfit mit erstaunlich ausladendem Rock wurde samt Begleitung begrüßt und mit „Ahoi“ – Ruf der Knöchelträger – verabschiedet.

Smarte Business-Men kamen dann auf die Bühne, im grauen Anzug und mit Laptop stellte sich das Männerballett „Taktlos“ aus Jügesheim vor, trainiert von Jutta Podroschko. Doch die konnten auch anders, verwandelten sich in eine wilde Affenhorde und tobten beim Ausmarsch durch den Saal.

Gunther Raupach vom Carneval-Club Weisenau berichtete mit viel Humor vom Aufbau einer siebten Sitzecke (Idee der Frau) im 120-Quadratmeter-Garten.

Dem szenischen Musikkabarett haben sich die „Sopranixen“ mit Anke Haas, Julia Gauß und Agata Siebert sowie Natalia Bashtanenko am E-Piano verschrieben. Grandios, wie sie bekannte Opern- und Operettenmelodien mit neuem Text präsentierten – ganz ohne Playback überzeugten sie bei ihrem ersten Gastauftritt.

Dunkel wurde es im Saal, als das Showtanzballett „Cassiopeia“ des Flörsheimer Carneval Vereins galaktische Atmosphäre aufkommen ließ. Die Gruppe war ebenfalls zum ersten Mal bei der Prunksitzung der Schlippcher dabei. Wolfgang Braun, Urgestein der Kolpingelfer Offenbach, berichtete witzig aus dem Alltag eines Piloten.

Seit vielen Jahren gern gesehene Gäste sind die „Marionetten“ des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins. In diesem Jahr waren sie als Meerjungfrauen kostümiert. Begrüßt wurde anschließend auch das dritte Prinzenpaar an diesem Abend, Sebastian I. und Sabrina II. vom JSK.

Eine Reise um die Welt startete die „Dance Cooperation“ der „Stichlinge“ und brachte Melodien und Kostüme aus Spanien, Afrika, den USA und Japan mit.

Den Abend moderierte der langjährige Ministerpräsident Georg Stefansky – er hielt trotz zunehmend heiserer Stimme durch.

Zum Abschluss gab es noch ein großartiges musikalisches Feuerwerk: Die Giesemer Guggemusik „Druff Kapell“ mit etwa 50 Musikern enterte die Bühne, tanzte, spielte, was das Zeug hielt und bekam für ihren Auftritt einen Riesenapplaus.

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