Apfelwein-Anstich mit Sissy I., Blütenstoff, Musik und Quiz im Main-Äppel-Haus

Stöffche und Muffelbrett

Beim Anstich: Gerhard Weinrich, Sissy I. und Jonas. Foto: Faure

Seckbach (jf) – Die Band musste kurzfristig krankheitsbedingt absagen, dafür war aber dankenswerterweise Gitarrist und Sänger Wolfgang Lieberwirth eingesprungen und begeisterte das Publikum in der MÄH-Halle (nach Main-Äppel-Haus benannt) mit Folk, Blues und Country.

Schließlich musste der Apfelwein-Anstich gebührend gefeiert werden. Zwei Brüder, Wolfgang Heiner Weinrich und der Chef des Main-Äppel-Hauses und Erster Vorsitzender des Vereins Streuobstwiesenzentrum Gerhard Weinrich erläuterten, was eigentlich auf dem Lohrberg geschieht. Viel, vor allem viel für Kinder. „Wir kümmern uns sehr gerne um die Jüngsten und wollen, dass sie Apfel-, Birn- und Kirschbäume voneinander unterscheiden lernen“, sagte Weinrich. 375 Mitglieder hat der Verein. Den Lohrberg gibt es schon ewig, er ist wohl in der Eiszeit entstanden. Um 1930 wurde der Lohrberg zum Park. „2003 haben ein paar Naturschutzverrückte den Verein gegründet, 2005 den Beratungsgarten auf dem Lohrberg von der Stadt Frankfurt übernommen“, sagte Weinrich. Anliegen und Herzenswunsch: Die Tradition der Streuobstwiesen soll weitergeführt werden. Dazu will auch Christian Jakob mit seinem kleinen Label „Schönwetterfront“, das es seit 2015 gibt, auf seine Weise beitragen. Im Mittelpunkt stehen bei ihm Hawaiihemden. Mit „Bembelblumen“ und – erstmals vorgestellt – künftig auch mit Apfelblüten. „Das Stöffche zum Stöffche“, kommentierte Weinrich. Was passierte denn alles 2019 rund um das Main-Äppel-Haus? Kanalarbeiten beispielsweise, und die waren mit 125. 000 Euro richtig teuer. „Deshalb brauchen wir dringend Sponsoren, haben ein neues Projekt zur Umweltpädagogik entwickelt und einen vollen Veranstaltungskalender 2020“, sagte Gerhard Weinrich. 17 Hektar Streuobstwiesen betreut der Verein mit 25 Beschäftigten und 70 bis 80 Ehrenamtlichen.

Ein Quiz mit drei Teilnehmern folgte. Seit wann gibt es das Wort Bembel? Wie nennt man das Gerät, das beim Ausschank von Apfelwein an der Theke behilflich ist? Wie viele Rauten hat ein Geripptes? Was schmeckt zum Äppler am besten? „Ein Muffelbrett!“, wird aus dem Publikum vorgesagt. Kleine mundgerechte Stückchen sind das, es kann Käse sein, aber auch Wurst.

Dann rollen Jonas und Julius den Tisch mit dem Fass herein. Sissy I., seit September 2019 amtierende Apfelweinkönigin von Bergen-Enkheim, schwingt den Hammer. Aber ganz so einfach ist es nicht, da muss Gerhard Weinrich noch mal ran – dann fließt der erste Apfelwein goldgelb in den Bembel. Mild ist er und nicht sauer – ganz nach dem Geschmack des Leiters des Naturerlebnisgartens und Kelterers Karsten Liebelt. Der gebürtige Sachse, der seit 1990 in Hessen zuhause ist, hat sich längst an den Äppler gewöhnt. Der 2019er ist also ein gutes Stöffche, zumindest der vom Lohrberg. 10.000 Liter stehen bereit – nach dem fröhlichen Apfelweinanstich sind es ein paar Liter weniger.

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