Sich gemeinnützig engagieren

Pfarrei sucht Kandidaten für PGR-Wahl

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Der aktuelle Pfarrgemeinderat von St. Josef mit Katharina Wörner (Zweite von links), Lothar Steinbach (Fünfter von links) und Thomas Niedermaier (Fünfter von rechts).

Bornheim (red) – Am 9. und 10. November wird in St. Josef der neue Pfarrgemeinderat (PGR) gewählt, der mit dem Pfarrer die Pfarrei leitet. Dafür werden wieder Kandidaten gesucht, die bereit sind, sich in dem Gremium zu engagieren.

Die Erfahrungen aus der Wahl vor vier Jahren zeigen, dass das nicht so einfach ist. Viele Befragten aus der Gemeinde hätten abgewinkt, mal aus Scheu vor der Mitarbeit in so einem Kreis, mal aus Zeitgründen, berichten die PGR-Mitglieder. Dabei sei es so wichtig, dass man sich engagiere, weil man nur so Kirche verändern könne, betont Katharina Wörner. Das empfand die heute 33-Jährige schon als Jugendliche so, als sie sich zunächst als Jugendsprecherin für den PGR, damals noch am Kirchort Herz Jesu in Fechenheim, bewarb. „Ich hatte den Eindruck, dass ich gehört worden bin, auch wenn ich jung war, das hat mich motiviert, weiterzumachen“, erinnert sie sich.

Thomas Niedermaier entschied als 25-Jähriger, sich erstmals zur Wahl zu stellen. „Ich wollte in den PGR, damit die Interessen jüngerer Menschen vertreten sind“, sagt er heute. Auch wenn er zunächst das Gefühl hatte, nicht so viel umsetzen zu können wie erwartet, ließ er sich in der übernächsten Wahlperiode wieder aufstellen, arbeitete zehn Jahre kontinuierlich im PGR mit und ist seit vier Jahren sogar Vorsitzender des Gremiums. „Ich habe erkannt, dass die Gemeinde sich erneuern muss, dass dies aber eine Gratwanderung ist, bei der es Dinge gibt, die sinnvoll und beständig sind und andere, die man verändern muss“, sagt er heute.

Der Pfarrgemeinderat in St. Josef Frankfurt besteht aktuell aus 14 Mitgliedern aus allen vier Kirchorten sowie einem Vertreter des Pastoralteams, einem Jugendsprecher und dem Pfarrer. Seit dem Zusammenschluss der vier Kirchorte zur Großpfarrei hätten sich die Aufgaben verlagert, betont Lothar Steinbach, der seit rund 20 Jahren Mitglied ist. „Der PGR ist die höhere Ebene, die Ortsausschüsse haben die Aufgaben in den Kirchorten übernommen.“ Ihre Vorsitzenden sind zugleich Mitglieder des PGR.

Für Steinbach ist die Bedeutung des Gremiums heute aber zugleich gestiegen. „Die Zahl der Priester geht zurück, die Ehrenamtlichen sind mehr gefordert mitzugestalten. Das ist wichtiger als früher, als der Pfarrer viel selbst gemacht hat.“ Neben Fragen, wie Gottesdienste gestaltet werden sollen, der Koordination der unterschiedlichen Gruppen der Pfarrei, aber auch der Aufgabe, die Anliegen der Gläubigen in Kirche und Gesellschaft zu Gehör zu bringen, geht es dem PGR auch um Bildungsarbeit. „Wir haben zum Beispiel eine Gruppe aus den vier Kirchorten gegründet, die Abende organisiert zum Thema Patientenverfügung oder aktuell eine Trilogie zur Heiligen Hildegard“, erzählt Lothar Steinbach. Auch wenn Jubiläen und Feiern anstehen, entscheidet der PGR mit. „Man kann sich an vielen Stellen einbringen“, betont Katharina Wörner.

Die Aufgabe sei zwar mit Arbeit verbunden, ergänzt Lothar Steinbach. Man lerne aber die Mitstreiter näher kennen und es mache Spaß, sich in der Gemeinschaft zu engagieren. Wie er, wünscht sich auch Thomas Niedermaier, dass sich im Herbst mehr Katholiken in Bornheim und den anderen Kirchorten zur Wahl stellen. Zudem verspricht er, dass die kommenden vier Jahre besonders interessant werden: „Unser neuer Pfarrer ist sehr aufgeschlossen für Veränderungen. Unser Bischof hat deutlich gemacht, dass wir rausgehen müssen zu den Leuten. Es steht ein Aufbruch an, der bestimmt spannend wird und bei dem man sich einbringen kann.“

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