Frankfurts Jahrhundertchance

Römer-Koalition beschließt Teil-Einhausung der A661

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Stehen Medienvertretern Rede und Antwort in Sachen Teil-Einhausung der A661: Bürgermeister Uwe Becker (von links), Planungsdezernent Mike Josef, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Seckbach (sh) – Schulterschluss im Römer. Die Koalitionsfraktionen CDU, SPD und Grüne einigen sich auf die Teil-Einhausung der Autobahn 661 in der Variante „L2“.

Das bedeutet: Auf den 1080 Meter langen Abschnitt zwischen dem Galeriebauwerk Seckbacher Landstraße und der Anschlussstelle Friedberger Landstraße soll der „Deckel“ drauf. Als „wegweisend und prägend für die Stadt“, bezeichnete Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann die Einigung. Zu verstehen waren Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Bürgermeister Uwe Becker (CDU), Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nur sehr schlecht. Zur Vorstellung ihres frisch getroffenen Beschlusses hatten sie sich ein luftiges Plätzchen ausgesucht: Dort, wo die Seckbacher Landstraße über die Autobahn 661 führt – dort, wo auch die Einhausung bis zur Friedberger Landstraße gebaut werden soll. Die Politiker erhoben ihre Stimmen gegen den Verkehrslärm und machten somit deutlich, was den Menschen dank der Einhausung erspart bleiben soll.

Doch das Bauwerk, unter dem künftig der motorisierte Verkehr auf insgesamt sechs Spuren – drei in die eine, drei in die andere Richtung – brausen soll, kann nach Ansicht der Koalitionsfraktionen deutlich mehr, als die Anwohner vor Krach und Gestank zu schützen. Die Stadtteile Seckbach und Bornheim würden dank der Einhausung miteinander verbunden. Auf dem neu geschaffenen Areal sei der Bau von bis zu 5000 Wohnungen möglich. „Und da ist kein Schickimicki-Luxusquartier geplant“, sagte Feldmann.

Auf dem „Deckel“ gibt es Grünflächen und Wohnraum

Mit der Einhausung würden „städtebauliche Fehler“ und Bausünden behoben, erklärte Mike Josef. Und auch das Stadtgrün soll aufleben. Von Günthersburg- bis Huthpark entstünde ein rund 80 Hektar großer zusammenhängender Park sowie ein neuer Grünzug bis zum Lohrberg. „Das wird kein Stückwerk. Wir schaffen eine Vernetzung von Wohnraum und Grünflächen“, schwärmte Josef und Heilig ergänzte: „Die Menschen bekommen das Grün zurück, das sie verloren haben.“ Becker unterstrich, dass mit dem „Deckel“ eine Lösung gewählt wurde, die Lebensqualität schaffe.

Die Einhausungs-Variante, auf die sich die Römer-Koalition einigte, lautet „L2“. Die Version „L1“ wäre noch ein Stück länger gewesen und hätte auch die Lärmschutzgalerie Seckbacher Landstraße überdeckt. „Diese Verlängerung ist aber auch nachträglich noch möglich“, sagte Josef mit Blick auf die Umweltdezernentin, der diese Variante lieber gewesen wäre.

Feldmann betonte, dass die Einhausung eine „Jahrhundertchance für Frankfurt“ sei. Nun muss die Stadt eine Entwurfsplanung sowie einen Kosten- und Finanzierungsplan erstellen. Mit Bund und Land werden Gespräche über eine Kostenbeteiligung geführt. Die jüngste Kostenberechnung für das Projekt stammt aus dem Jahr 2014. Damals sollten rund 150 Millionen Euro zu Buche schlagen. „Dieser Betrag ist heute nicht mehr valide“, warnte Josef. Und je länger sich das Planen und Bauen hinziehe, desto teurer würde es, schob der Planungsdezernent hinterher. Wie Josef zum Zeitraum ausführte, soll die Planfeststellung für die Baumaßnahme 2020 beginnen. Von 2022 bis 2028 soll die Einhausung gebaut werden.

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