Projekt gegen Zigarettenverschmutzung im Nordend gestartet

Raucher stimmen mit Kippen ab

Sauberkeitsbotschafterin Lea Bundt (links) mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig beim Präventionsprojekt gegen Zigarettenumweltverschmutzung. Foto: #cleanffm/p

Nordend-Ost (red) – Sie sehen aus wie grüne Briefkästen. Doch statt Post sollen Zigarettenkippen in ihnen landen.

Der Clou daran, auf jedem der sogenannten Recigs-Meinungsfilter stehen amüsante oder auch Frankfurt spezifische Fragen, wie beispielsweise: „Grie Soss lieber mit Schnitzel oder mit Ei?“.

„Mit jedem ausgedrückten Zigarettenstummel entscheidet sich ein Raucher für eine Antwort“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Wie in unserer #cleanffm-Kampagne wollen wir mit dem Präventionsprojekt der Meinungsfilter nicht belehren, sondern augenzwinkernd das Verhalten mancher Raucher ändern“, betonte die Dezernentin. Denn die Meinungsfilter haben einen durchaus ernsten Hintergrund. Acht von zehn Zigaretten landen nicht im Müll, sondern in den Grünanlagen oder auf den Straßen, sagte Rosemarie Heilig: „Dort wirkt jede weggeworfene Zigarettenkippe wie eine Zeitbombe. Sonne und Regen zersetzen sie, ihre giftigen Inhaltsstoffe wie Nikotin, Blei, Arsen landen im Boden und im Wasser. Vögel und Fische fressen sie und sterben.“ Mit dem Meinungsfilter „ReCigs“ wolle sie mit der Sauberkeitskampagne #cleanffm und FES auf die Gefahr aufmerksam machen und Raucher sensibilisieren. Denn „Zigarettenkippen gehören in den Müll oder in unsere Meinungsfilter, nicht in unsere Umwelt.“ Jede richtig entsorgte Kippe trage also zum Erhalt der Umwelt bei und sorge zusätzlich für ein sauberes Stadtbild.

Insgesamt sechs Meinungsfilter sollen in den nächsten Wochen auf der Königsteiner Straße, der Leipziger und Berger Straße, am Bahnhofsvorplatz und in Alt Sachsenhausen angebracht werden. Der erste hängt seit Montag auf dem Mathias-Beltz-Platz. „Hier halten sich viele Menschen auf und viele werfen ihre Zigaretten auf den Boden, anstatt sie im Mülleimer zu entsorgen“, sagte FES-Stabsstellenleiter Michael Werner. „Gerade für uns als Entsorgungsbetrieb ist die Beseitigung von Zigarettenkippen schwierig, insbesondere dann, wenn der Untergrund uneben ist. Wir unterstützen das Projekt aktiv und übernehmen die regelmäßige Leerung“.

Die Meinungsfilter „ReCigs“ sind ein Projekt des Vereins Enactus-Universität Frankfurt. Dort wurde der Filter von Studenten entwickelt mit dem Ziel, das Universitätsgelände sauberer zu halten. „Wir haben das Projekt initiiert, da wir die Verschmutzung durch Zigarettenkippen auf den Straßen senken und gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit der Raucher für die Umwelt erhöhen wollten. Nach einem Jahr des Einsatzes können wir schon gute Erfolge aufzeigen. Der Meinungsfilter wird auf dem Uni-Campus sehr gut angenommen. Wir freuen uns, dass die Stadt Frankfurt am Main mit #cleanffm unsere Projektidee aufgegriffen hat und umsetzt,“ sagt Enactus-Teamleiter Mats Nicolai.

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