Ergebnisse des „Gänse-Managements“ im Ostpark vorgestellt

Projekt verzeichnet erste Erfolge

Sie stellten die aktuellen Ergebnisse des „Gänse-Managements“ im Ostpark vor (von links): Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Dagmar Stiefel von der Staatlichen Vogelschutzwarte und Ingo Rösler von der Vogelschutzorganisation HGON. Foto: Schneider

Ostend (zjs) – „Wir werden die Gänse nicht vertreiben können und müssen uns damit abfinden, dass sie zu uns gehören“, sagt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig bei der Vorstellung der Ergebnisse des Modellprojektes „Gänse-Management“ im Ostpark unter schattigen Kastanien.

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Der begrünte Zaun entlang des Weihers zeige Wirkung, denn inzwischen seien die Büsche so hoch gewachsen, dass er eine ideale Sichtbarriere zwischen Weiher und Liegewiese darstelle. Dadurch würden die Gänse während der Mauserzeit davon abgehalten, die Liegewiese zu bevölkern, denn sie müssen immer das Wasser in Sicht haben, um bei Gefahr durch Hund oder Fuchs dorthin flüchten zu können.

„Aus unserer Sicht zeigen die Lenkungsmaßnahmen damit erste Erfolge“, bestätigt auch Dagmar Stiefel, die Leiterin der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Um die Gänse fernzuhalten, dürfen sie natürlich auch nicht gefüttert werden, doch daran halten sich viele Parkbesucher nicht und finden es ganz niedlich, wenn das Kleinkind der Gans seine Pommes überlässt. Gleichfalls lassen es sich die gefiederten Gäste an den Mülleimern schmecken, weshalb die meisten um den Weiher inzwischen mit Deckel versehen sind, sodass auch die Krähen nicht mehr deren Inhalt verteilen können. „Die Brutmöglichkeiten der Gänse sind eingeschränkt, da sie während der Mauser und dem Schlupf der Jungen nicht fliegen können, bleibt ihnen als Rückzugsort nur die Insel im Weiher“, erklärt die Fachfrau. Im Monat Juni ist deswegen im Ostpark die höchste Anzahl der Grau-, Nil- und Kanadagänse zu verzeichnen, was natürlich nicht mit dem Freizeitverhalten der Bevölkerung einhergeht, die zu dieser Zeit gerne die große Wiese belagert.

Durch die Kothaufen der Tiere verärgert wird schnell nach dem Jäger gerufen. „Ein Abschießen der Tiere ist keine Option, denn der Park kann nicht geschlossen werden und die „Lücke“ in der Population würde sofort gefüllt“, erklärt Stiefel.

„Seit Beginn des Projekts im Jahre 2018 ist die Anzahl der Tiere um rund 20 Prozent gesunken, auf heute rund 330“, erklärt Ingo Rösler von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Hinzu kommt, dass die Sterblichkeit bei den Jungtieren relativ hoch ist und viele Gänse den Park nach der Brut wieder verlassen.

Das Projekt und die Erfahrungen mit den Tieren im Ostpark lässt sich nicht auf andere Bereiche in der Stadt übertragen, wie den Höchster Schlosspark oder das Mainufer, da dort völlig andere Gegebenheiten herrschen. Die Kosten für den Zaun und die Hecke beliefen sich in der Startphase auf 50.000 Euro und pendeln sich nun bei rund 5000 Euro pro Jahr ein.

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