Neuen Besucherrekord

Die Preisträger des 19. Nippon Connection Filmfestivals

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Die Preisträger des 19. Nippon Connection Filmfestivals posieren mit ihren Urkunden und Preisen gemeinsam für ein Foto.

Ostend (red) – Nach sechs Tagen und zahlreichen ausverkauften Vorstellungen endete am 2. Juni das 19. Japanische Filmfestival Nippon Connection mit einem Rekord von über 17. 000 Besuchern.

An sieben Veranstaltungsorten in Frankfurt wurden rund 100 Kurz- und Langfilme aus Japan gezeigt sowie ein Rahmenprogramm mit mehr als 50 Veranstaltungen angeboten. Dazu waren über 70 Filmschaffende und Künstler aus Japan angereist, um ihre Werke dem Publikum persönlich vorzustellen.

Mit einer emotionalen Preisverleihung wurde der Abschluss des Festivals im Künstlerhaus Mousonturm gefeiert. Dabei wurde der Nippon Honor Award an den Regisseur und Schauspieler Shinya Tsukamoto überreicht. In einer ergreifenden Laudatio würdigte Buchautor Tom Mes das Schaffen des Ausnahmekünstlers. Der undotierte Ehrenpreis wurde zum fünften Mal vergeben und würdigt Personen, die sich in besonderer Weise um den japanischen Film verdient gemacht haben. Während des Nippon Connection Festivals waren Tsukamotos Filme „Killing“, „Tetsuo: The Iron Man“ und „Tokyo Fist“ zu sehen.

Der Publikumspreis Nippon Cinema Award ging in diesem Jahr an „Fly Me To The Saitama“ von Hideki Takeuchi. Die temporeich inszenierte Komödie avancierte schon in Japan zum Publikumshit und konnte nun auch das Frankfurter Publikum überzeugen. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wurde zum 15. Mal vom Bankhaus Metzler aus Frankfurt am Main gestiftet.

Für die Preise in der Sektion Nippon Visions standen dieses Jahr erstmals ausschließlich Spielfilme zur Auswahl. Mit dem Nippon Visions Jury Award wurde „Sea“ von Kensei Takahashi ausgezeichnet. In seinem Debütfilm behandelt der Regisseur die komplexe Frage von Schuld und Sühne: Hiroshi bezeugt als Jugendlicher die Vergewaltigung einer Klassenkameradin. Jahre später konfrontiert er die Täter mit ihrem Verbrechen. Der Gewinnerfilm wurde von einer international besetzten Jury ausgewählt: Katja Wiederspahn (Programmkoordinatorin der Viennale), Tetsuya Shibutani (Filmwissenschaftler) und Eric Nyari (Produzent). In ihrer Begründung lobte die Jury vor allem die Risikobereitschaft des Regisseurs und das technische Können. Sichtlich gerührt nahm Regisseur Kensei Takahashi den Preis gemeinsam mit seinen beiden Produzenten Yoshiki Natori und Taichi Tamura entgegen. Der Preis, eine Untertitelung für den nächsten Film, wird von der Japan Visualmedia Translation Academy (JVTA) aus Tokio gestiftet.

Eine lobende Erwähnung vergab die Jury an „Blue Hour“ von Yuko Hakota und betonte die starken Frauenfiguren, die im Film gezeigt werden sowie das darstellerische Können der Schauspielerinnen.

Der Nippon Visions Audience Award ging an „Melancholic“ von Seiji Tanaka. Der vom Japanischen Kultur- und Sprachzentrum in Frankfurt am Main gestiftete Publikumspreis ist mit 1000 Euro dotiert. Tanaka bedauerte sein unpassendes Outfit, bei der großen Auswahl an guten Filmen in der Sektion rechnete er nicht damit, selbst auf der Bühne zu stehen. Er dankte ganz besonders den Zuschauern für ihre interessierten Fragen nach seinem Film.

Der von Nikon gestiftete und mit 1000 Euro dotierte Publikumspreis Nippon Docs Award wurde erstmals verliehen und ging an „Sending Off“ von Ian Thomas Ash. Für den in Japan lebenden US-Amerikaner ist es bereits der dritte Preis, den er bei Nippon Connection erhält. In seinem neuesten Dokumentarfilm begleitet er eine Gruppe von Ärzten, die medizinische Sterbebegleitung im ländlichen Japan leistet. Er dankte den Ärzten sowie den Patienten, die ihm erlaubten, sie in ihrer schwersten Zeit zu filmen.

Nach der Preisverleihung wurde der Abschlussfilm „Ramen Shop“ von Eric Khoo gezeigt, der ab dem 6. Juni offiziell in den deutschen Kinos startet.

Weitere Filme des Festivals mit dem Schwerpunkt „Outlaws und Außenseiter“ werden in den nächsten Monaten im Rhein-Main-Gebiet zu sehen sein. Die Termine werden auf der Festivalwebsite auf www.nipponconnection.com bekannt gegeben.

Das Datum für das 20. Nippon Connection Filmfestival steht bereits fest: Vom 9. bis zum 14. Juni 2020 werden das Künstlerhaus Mousonturm und das Theater Willy Praml in der Naxoshalle wieder zum Zentrum für japanische (Film-)Kultur.

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