Im Einklang mit Ahnen und Natur

Achtes Pow Wow mit rund 100 Teilnehmern aus aller Welt

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Mit einer riesigen Federkrone auf dem Kopf tanzen und trommeln die Azteken.

Riederwald (jf) – Pine Ridge ist ein Indianerreservat im Südwesten des US-Bundesstaats South Dakota an der Grenze zu Nebraska.

Die Arbeitslosenquote beträgt 85 Prozent, fast 40 Prozent der Familien leben unter der Armutsgrenze, die Suizidrate ist hoch, die Kinder und Jugendlichen haben keine Zukunft. Ein Stand der Lakota Horsemanship Organisation will mit dem Verkauf von Schmuck und Handarbeiten vor allem den Kindern und Jugendlichen helfen. Dieser Stand gehört zum achten Pow Wow im Licht- und Luftbad Riederwald. „100 Teilnehmer haben sich in diesem Jahr angemeldet“, sagte Organisator John Leicher, der selbst indianische Vorfahren hat, den benachbarten Abenteuerspielplatz leitet und das Pow Wow 2012 ins Leben rief. Das ursprüngliche traditionelle Treffen der nordamerikanischen Indianer ist kein Spiel, sondern ein ernstes und auch fröhliches Fest mit Musik und Tanz.

Seit Jahrzehnten gibt es die Pow Wow-Bewegung weltweit, nicht nur Nachkommen der Ureinwohner Amerikas kommen zu diesen Treffen, sondern Menschen, denen die indianische Denk- und Lebensweise etwas bedeutet. „Das alles hier hat überhaupt nichts mit Winnetou oder den Rothäuten aus Hollywood-Streifen zu tun. Mein Vater stammt von den Cheyenne ab und kommt aus Montana, ich selbst wohne seit 30 Jahren in Deutschland“, erzählt Cheyenne Black Wolf, Nachfahre jenes Black Wolf, der in der Schlacht der Indianer am Little Big Horn 1876 die Armee mit besiegte. Doch um Kämpfe geht es Cheyenne Black Wolf nicht: „Die Mutter Erde ist uns heilig, wir wollen ein Leben ohne Streit und Kriege, denken an die Zukunft.“

Etwa 20 Mitglieder seines Clans sind zum Pow Wow gekommen, 6000 gibt es in Europa. Blackwolf zeigt seine Soldatenjacke, sie tragen zu dürfen, ist eine große Ehre für ihn. Deshalb hat er auch Aufkleber „POW/MIA“ dabei, POW (Prisoners of War) und MIA (Missing in Action) erinnern an Kriegsgefangene und im Kampfeinsatz Vermisste. Es ist Brauch, auf den Pow Wow-Treffen dieser Menschen zu gedenken. Ihre Flagge gehört mit zum Grand Entry, dem Einmarsch der Flaggen in die Arena auf der Wiese. Ein anderes Clan-Mitglied holt Black Wolfs Kopfschmuck, die Adlerfederkrone mit dutzenden von Federn.

Drüben in der Arena tanzen die Azteken in eindrucksvollem Outfit. 350 Jahre alt sind die Tänze und befolgen eine streng geregelte Abfolge von Schritten und Trommelmusik. Irgendwann werden die Bussard-Tänzer des Abenteuerspielplatzes auch noch auftreten.

Alles läuft friedlich und freundlich ab, selbst wenn die Sänger manchmal ohrenbetäubend laut sind. Nur mit dem Verkehrschaos haben die Organisatoren nicht gerechnet – die Lahmeyerstraße ist gesperrt. Das bedeutete für viele Teilnehmer langwieriges Suchen nach der richtigen Zufahrt.

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