Verkehrsprobleme in Seckbach

Poolnudel-Lauf für mehr Sicherheit

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Mit bunten Poolnudeln machen die Seckbacher auf den Mindestabstand aufmerksam.

Seckbach (zjs) – Die Busse und Lastkraftwagen preschen durch Seckbach. Jedem Fußgänger wird dabei Angst und bange, denn es sind nur Zentimeter, die die Passanten von der brausenden Blechlawine trennen.

Das ist der Grund, warum Bürger des östlichen Stadtteils sich jetzt zu einem Nachbarschaftslauf zusammengefunden haben, um auf die Situation aufmerksam zu machen. „Wenn schon am frühen Morgen die Laster durch Seckbach fahren, weiß ich, dass auf der Vilbeler Landstraße der Verkehr wieder steht und alle die Abkürzung nehmen“, sagt Heiko Nickel, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclub Deutschland. Er wohnt in der Nähe der Gaststätte Zum Rad, mitten im Ortskern. Rund 70 Erwachsene, Kinder und Hunde laufen durch die engsten Stellen (55 Zentimeter Breite) auf der Wilhelmshöher Straße beginnend an der Altebornstraße vorbei an der Zentgrafenschule bis hin zur Leonhardsgasse. Mit dabei: Viele, bunte Poolnudeln, die man aus dem Schwimmbad kennt.

Mit knallgelben Westen wird auf den Mindestabstand zwischen Autos und Radfahrern hingewiesen.

Viele Kinder haben neongelbe Westen an. Die Rückenaufschrift: „Gib mir 1,5 Meter!“ und die Symbole eines Autos und eines Radfahrers. „Die Bordsteine sind auf dem gesamten Streckenabschnitt kaum noch vorhanden, weil die tonnenschweren Lastwagen so oft darüber gefahren sind, dass sie inzwischen im Boden versenkt wurden“, sagt Aktivist Nickel. Unterstützung bekommt er von Frank Nagel, Vorsitzender des Fachausschusses Verkehr der CDU Frankfurt am Main. Er kennt das Problem: „Die Planungen 2021 sehen an der Ecke Triebstraße einen kleinen Kreisel vor, doch er allein wird das Problem im Stadtteil nicht lösen können“, gibt er unumwunden zu. Die Anbindung von Seckbach an den öffentlichen Personennahverkehr ist als schlecht zu bezeichnen, Entspannung würde eine Verlängerung der U-Bahnlinie 4 bringen, doch auch das würde nicht in kurzer Zeit umgesetzt werden können. Auch das Thema Lärmbelästigung und Abgase beschäftigt die Anwohner auf der Wilhelmshöher Straße. Natürlich sei im Lauf der nächsten Jahre geplant, die Busse mit Elektromotoren auszustatten, doch wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eine Mutter mit zwei Kindern vom Atzelberg sorgt sich jeden Tag um den Nachwuchs, der die Zentgrafenschule besucht. Mit den klobigen Schulranzen auf den engen Fußwegen sind gerade die Jüngsten häufig gefährdet. Die Lösungsansätze, um den Schwerverkehr aus Seckbach fernzuhalten, sind allerdings überschaubar. Auch bei einem Durchfahrtsverbot oder einem fest installierten Blitzgerät für die Einhaltung von 30 Kilometer die Stunde, blieben immer noch genügend andere Fahrzeuge, die die Gefahren und Abstände auf den Fußwegen nicht merklich verringern würden.

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