Nachbarschaftszentrum Ostend

Neue Fotoausstellung: Die ausgefallensten Briefkästen in Deutschland

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Das Lieblingsbild von Edeltraud Thobe (links), hier mit Thea Hasselmann-Götze: Ein Briefkasten-Haus mit Öko-Dach.

Ein grauer Kasten hat sich in einen rosa Flamingo verwandelt, eine alte Milchkanne hat einen Schlitz für die Post erhalten und dient, schräg angebracht, als Briefkasten.

Ostend – Ebenso ein alter Schulranzen oder gar eine ganze, bis ins Detail gestaltete Burg mit einer kleinen Aufschrift: Post. Eine Art Neuschwanstein als Briefkasten.

Edeltraud Thobe, die jahrelang als Reiseverkehrskauffrau durch die Welt flog, hat sich vor gut zehn Jahren, als sie in Rente ging, ihr erstes Auto gekauft und erkundete Deutschland. „Zuerst sind mir gestaltete Garagentore aufgefallen, dann die Briefkästen. Ich habe hunderte Tore und Kästen fotografiert“, erzählte Thobe zur Eröffnung ihrer Ausstellung im Nachbarschaftszentrum/Mehrgenerationenhaus Ostend im Café der Einrichtung in der Waldschmidtstraße. „Mich hat fasziniert, wie die Menschen einen Gebrauchsgegenstand so individuell gestalten. Und ist in einem Dorf ein solcher Briefkasten vorhanden, gibt es bestimmt mindestens noch einen weiteren“, weiß sie aus Erfahrung. Jedes Land hat andere Vorlieben, die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind aus dem Kölner und Aachener Raum. „Bayern ist wieder ganz anders und hätte gar nicht in diesen Rahmen gepasst“, fügte Thobe hinzu.

Frankfurt Ostend: Neue Fotoausstellung im Nachbarschaftszentrum

Thea Hasselmann-Götze, Mitarbeiterin im Elterncafé und in der Familienbildung und seit elf Jahren im Nachbarschaftszentrum tätig, bezeichnete zur Vernissage die rund 20 Fotografien als „fantasievoll und spannend“.

„Edeltraud Thobe hat die Welt gesehen, anschließend interessierte sie sich für die Kästen, in denen die Post aus aller Welt landet“, sagte Hasselmann-Götze.

Bedroht oder weggejagt wurde Edeltraud Thobe nie. „Aber einmal hat mich die Polizei beobachtet, wie ich Briefkästen fotografierte. Die Beamten hatten mein Autokennzeichen notiert. Gerade in dieser Straße war kürzlich eingebrochen worden. Ich konnte aber schnell aufklären, dass mich nur gestaltete Garagentore und Briefkästen interessieren“, erzählte die Hobbyfotografin. Nie sei sie über Zäune gestiegen: „Die Behältnisse für die Post befinden sich ja nah an der Straße und meist ein Stück vom Haus entfernt.“ Auch eine getreue Nachbildung des Hauses als Briefkasten fiel ihr auf: „Man bekommt mit der Zeit einen Blick für solche Dinge“, sagte sie.

Sie war schon in so vielen Ländern. Wanderte in Nepal auf einer Höhe von über 5000 Metern und traf sogar Sir Edmund Hillary, den Bezwinger des Mont Everest. Trotzdem möchte sie wieder in die Welt reisen: „Costa Rica interessiert mich, die tropischen Pflanzen dort sind unglaublich. Und Gleitschirmfliegen ebenfalls, das macht wahnsinnig Spaß.“ Die Ausstellung „Briefkasten-Gestalten“ im dritten Obergeschoss in der Waldschmidtstraße 39 ist bis zum 16. Juni zu sehen.

(jf)

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