Ausbildung

Mehr Berufsorientierung an Schulen: Zukunftssäule für die IGS

+
Klaus-Stefan Ruoff (von links), Andreas Mücke, Martina Neumann-Beer, Paul Lindner vom Schulamt und Sascha Volk weihen die Zukunftssäule ein.

Auch an der IGS Herder steht nun eine Zukunftssäule. Diese soll Schülern bereits während ihrer Schulzeit Infos zu Ausbildungsberufen und Ausbildungsplätzen in der Region bieten. Die Idee hat sich bisher nicht nur deutschlandweit bewährt, sondern passt auch hervorragend ins Konzept der IGS.

Ostend –  Schulleiterin Martina Neumann-Beer war es besonders wichtig, die kleine Veranstaltung zur Eröffnung der Zukunftssäule auf dem Gang zu gestalten. Das ist vielleicht etwas unkonventionell, doch verweist sie auf die zahlreichen Werke der Schüler, die die Wände schmücken. „Wir sind zum dritten Mal als Kulturschule zertifiziert und das als einzige Schule in Frankfurt“, sagt sie. Doch lege die Schule nicht nur besonderes Augenmerk auf Kunst, sondern vor allem auf Berufsvorbereitung. „Unser Konzept umfasst selbst organisiertes Lernen. Boys- und Girls-Day sind für uns wichtig, genauso wie Besuche in verschiedenen Einrichtungen.“ Darunter befänden sich vor allem Kultureinrichtungen, erklärt die Schulleiterin, denn dort könnten die Schüler auch etwas über die Berufe in diesem Bereich lernen. Doch ist das nicht alles, was die Schule tut, um die Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. So sagt Lehrer Sascha Volk: „Wir bieten Praktika an, Kompetenzfeststellungen und viele Schüler nutzen die Möglichkeit, ein Jahr lang jeden Dienstag Jahrespraktikant in einem Betrieb zu sein.“ Weiterhin sollen die Schüler lernen, wie sich Selbstständigkeit anfühlt. „Wir haben dieses Sitzkissen entwickelt und arbeiten dafür mit einer Schneiderei zusammen. Wir wollen bald mehr produzieren“, sagt die 13-jährige Lea. Die Stühle in der Schule seien sehr hart, da haben sie und die Schülerfirma der achten Klasse die Chance gerochen, ein benötigtes Produkt produzieren und vertreiben zu können. 

Frankfurt Ostend: Mehr Berufsorientierung für Schüler während der Schulzeit

Daran arbeiten die Schüler – wie in einer echten Firma. Doch trotz all der guten Vorbereitung in der IGS ist der Sprung auf den Arbeitsmarkt nach der Schulzeit kein leichter. Dabei soll die Zukunftssäule helfen: „Wir haben derzeit 450 offene Stellen für Hauptschüler, 792 für Realschüler und 318 offene Ausbildungsstellen für FH-Absolventen“, sagt IHK-Vizepräsident Klaus-Stefan Ruoff. „Das zeigt, dass an der Front der Ausbildungsberufe Bedarf herrscht.“ Die Zukunftssäule wurde von der Hamburger Agentur „dsa-youngstar“ auf den Weg gebracht und steht bereits in verschiedenen deutschen Städten. 35 gibt es in Frankfurt. „Wir hoffen, dass dies ein Eyecatcher wird“, sagt Ruoff. 

Die Säule steht mitten auf dem Gang, verfügt über verschiedene Regale mit Flyern und Infomaterial und vor allem über einen großen Bildschirm. Auf diesem flimmern alle 20 Sekunden Anzeigen von Firmen, die nach Azubis suchen, wie auch rein redaktionelle Beiträge, wie: „Was macht eigentlich ein/e Bankkaufmann/-frau?“. „Das Besondere ist, dass sich hier auch kleinere Ausbildungsbetriebe, die vielleicht nicht das hohe Budget für zahlreiche Werbeanzeigen haben, präsentieren und an die Schüler wenden können“, sagt der IHK-Vizepräsident. Die Industrie- und Handelskammer sei derzeit bemüht, die altbekannten Wege der Ausbildungsstellenvermarktung durch neue Kommunikationsstrategien zu ersetzen. Deshalb habe man vor einigen Jahren das Azubi-Speed-Dating ins Leben gerufen und eben die Zukunftssäulen organisiert. Wie „dsa-youngstar“-Geschäftsführer Andreas Mücke schildert, seien die ersten Erfahrungen mit den Säulen sehr gut, die Schüler würden sich Zeit nehmen, um die Prospekte und die Anzeigen auf dem Bildschirm genau zu betrachten.

(nma)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare