Neujahrsempfang des Ortsbeirats 3

Das Nordend ist in Bewegung

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Ortsvorsteherin Karin Guder übergibt den Stadtteilpreis an den Schriftsteller und Stadtteilhistoriker Jannis Plastargias.

Nordend (jf) – Mit „Andante et Rondo pour deux flûtes“ von Franz Doppler eröffneten Franziska Radke und Wan-Wei Tseng (Querflöten) sowie Sonja Ehrhardt (Klavier), alle von der Musterschule, den Neujahrsempfang des Ortsbeirats 3 im Holzhausenschlösschen.

Ortsvorsteherin Karin Guder begrüßte die Gäste: „Wann tagt man schon einmal in einem Schlösschen – es ist uns eine große Ehre“, dankte Guder dem Hausherrn und Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen Clemens Greve. Dieser verwies auf das 30-jährige Bestehen der Stiftung, das Mitte Februar mit einem festlichen Konzert begangen werden soll. Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Ulrich Baier stellte fest: „Uns geht es gut in Frankfurt. Aber es gibt noch viel zu tun.“ 2019 werde eine Entscheidung über die Städtischen Bühnen fallen, auch Radentscheid und Mietentscheid forderten Maßnahmen. „Das Nordend ist seinem Image nach ein Stadtteil mit gut situierten Einwohnern. Der Ortsbeirat ist streitbar, experimentierfreudig und hat auffällig viele zurückgestellte Vorlagen“, bemerkte Baier. Abschließend bat er: „Gehen Sie zur Europa-Wahl, Europa ist es wert.“

Für den Magistrat sprach Planungsdezernent Mike Josef und bemerkte zu Beginn: „Der Ortsbeirat 3 hat mich angefragt. Das war ein mutiger Schritt.“ Das Nordend stehe für zivilgesellschaftliche Auseinandersetzungen. Vor 150 Jahren gab es auf dem Areal Siedlungssplitter. In der Gründerzeit wurden die Häuser beinahe in Massenproduktion erbaut, das Areal wurde zur Trabantenstadt. „Heute drängt Kapital in die Quartiere. Die Stadt muss hier Schutz gewähren, und das ist keine einfache Aufgabe“, sagte Josef. Deshalb werde die Frage, ob eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik im Grundgesetz verankert werden soll, zurzeit diskutiert.

2018 wurde die Milieuschutzsatzung endlich verankert, die Stadt werde ihr Vorkaufsrecht nutzen. Ab April werde eine Stabstelle Mieterschutz ihre Arbeit aufnehmen. „Wir treten außerdem für das Landesverbot von Leerstand ein“, fügte der Dezernent hinzu. Eine Reihe von Aufgaben stehen 2019 an: Die Gespräche über den Glauburgbunker sind momentan ausgesetzt; das Projekt Günthersburghöfe wird überarbeitet und soll mehr Grün enthalten; Genossenschaften werden künftig mit 15 Prozent am Wohnungsbau beteiligt. Über die Campusmeile wird weiter diskutiert.

Karin Guder blickte auf das vergangene Jahr zurück. So wurde beispielsweise der Holzhausenpark saniert, Schüler in Kooperation mit dem Kinderbüro brachten ihre Vorschläge aktiv ein und wirkten mit. Auf der Nibelungen- und der Rothschildallee gilt nachts Tempo 30 – gut für die Anwohner. Dann übergab die Ortsvorsteherin den Stadtteilpreis, bei dem diesmal Autoren im Mittelpunkt standen. Aus zehn Bewerbungen kürte die Jury die Arbeit des Schriftstellers, Sozialarbeiters und Stadtteilhistorikers Jannis Plastargias. Der las anschließend einen berührenden Auszug aus einer Geschichte, in der es um das Thema geht „Wir sind nicht alle gleich und wollen es auch gar nicht sein“. Außerdem wurden die Ortsbeiräte Veronica Fabricius und Jochen Vielhauer verabschiedet sowie Daniel Zak und Willi Preßmar im Gremium begrüßt.

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