Marabu-Küken geschlüpft und Trampeltier adoptiert

Neuzugänge im Zoo

Groß, flauschig und mit zwei Höckern: Das Trampeltier Arya erkundet sein neues Frankfurter Gehege.

Ostend (red) – Seit 2015 leben die Marabus Mara und Bu zusammen in den Faust-Vogelhallen. Jetzt hat es zum ersten Mal Nachwuchs bei den großen Storchenvögeln gegeben.

Für den Frankfurter Zoo ist es die Erstzucht und ein großer Erfolg – europaweit gibt es nur wenige erfolgreiche Nachzuchten.

Bereits Ende 2019 konnten Nistaktivitäten und Paarungsversuche zwischen den beiden Marabus beobachtet werden. Am 4. Januar staunten die Tierpfleger nicht schlecht, als die mit ihren fünf Jahren noch sehr junge Henne Mara ihr erstes Ei legte. Und das legte sie nicht in das zuvor gebaute Nest, sondern in den Sand der Anlage. Hahn Bu, der 2013 aus dem Zoo Amsterdam kam, baute daraufhin ein provisorisches Nest am Boden und machte sich sofort ans Brüten.

Normalerweise bebrüten bei Marabus beide Elternteile das Gelege, doch Bu lies Mara nicht ans Nest. Er verließ es nur, um zu fressen und vertrieb das unerfahrene junge Weibchen. Nach 35 Tagen Brutdauer schlüpfte das Küken in der Nacht zum 7. Februar. Am Tag davor konnten die Pfleger bereits Rufe aus dem Ei wahrnehmen. Das Geschlecht des Kleinen ist noch unbekannt.

Und noch einen Neuzugang konnte der Zoo vergangene Woche begrüßen: Das elf Monate alte Trampeltier Arya. Sie leistet Trampeltier Hira und den Zwergziegen nun Gesellschaft auf der Kamel-Anlage. Arya kam aus dem Thüringer Zoopark Erfurt an den Main. Im August 2019 musste die 21 Jahre alte Kamelstute Efrah eingeschläfert werden. Sie litt unter starker Arthrose. Durch die enge Kooperation der Zoos konnte schnell eine neue Mitbewohnerin für die 18-jährige Hira gefunden werden.

„Die Trampeltier-Haltung im Zoo Frankfurt hat eine sehr lange Tradition. Die zweihöckrigen Lebenskünstler, die mehrere Tage ohne Wasser auskommen und auch sehr dornige Pflanzen fressen können, faszinieren die Zoobesucher schon seit der Eröffnung im Jahr 1858“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.

„Für unsere Bildungsarbeit spielen die großen Trampeltiere mit ihren physiologischen Besonderheiten eine wichtige Rolle. Wir sind daher froh, mit der jungen Arya eine neue Gefährtin für Hira gefunden zu haben“, sagte Zoodirektor Dr. Miguel Casares.

Trampeltiere zählen zu den Paarhufern und gehören innerhalb dieser Ordnung zur Familie der Kamele. Die Gesamtpopulation wird auf über zwei Millionen geschätzt, dabei handelt es sich jedoch im Wesentlichen um Haustiere. Die Wildform stammt ursprünglich aus den Trockensteppen und Halbwüsten Asiens und zählt gerade noch etwa 950 Individuen; der Populationstrend ist abnehmend. Gründe dafür liegen in der Jagd durch den Menschen aber auch in sich verändernden Umweltbedingungen. In der roten Liste der Weltnaturschutzunion wird die Wildform als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

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