Theater für die Jugend?

Neues Buch zu 25 Jahren „Starke Stücke“ vorgestellt

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Es diskutierten im Zoo-Gesellschaftshaus von rechts: Thomas Dürbeck, Sebastian Popp, Brigitte Dethier, Ina Hartwig, Professor Wolfgang Schneider, Nadja Blickle und am Mikrofon Renate Wolter-Brandecker.

Ostend (red) – Zum 25. Mal zeigt das internationale Theaterfestival vom 19. März bis 1. April an über 30 Spielorten im Rhein-Main-Gebiet herausragende Inszenierungen für ein junges Publikum und darüber hinaus.

Projektleiterin Nadja Blickle stellte im Zoo-Gesellschaftshaus zum Auftakt des Festivals in Frankfurt die Publikation „Starke Stücke – Theater für junges Publikum in Hessen und Rhein-Main“ vor. „Gerade rechtzeitig zum Welttag des Kinder- und Jugendtheaters ist diese Publikation fertig geworden. Auf 124 Seiten sind vor allen Dingen die künstlerischen Werte des jungen Theaters beschrieben. Es ist besonders die Vielfalt der Inszenierungen, die zum Jubiläumsjahr geboten werden. Sie reichen von Figurentheater, Märchen-Aufführungen bis zum Tanztheater mit skurrilen Objekten“, beschreibt Nadja Blickle die Schwerpunkte der Publikation. „Was in Frankfurt allerdings fehlt, ist ein richtig schönes Theater für Kinder und Jugendliche. Da wäre der beste Platz sicherlich hier im Zoo Gesellschaftshaus“, so ihr zuversichtlicher Wunsch mit Blick auf die anwesende Stadtpolitik.

Die fast euphorischen Aussagen von Thomas Dürbeck (CDU), Sebastian Popp (Die Grünen), und Renate Wolter-Brandecker (SPD) drückten da auch eine unerwartete Einigkeit aus. „Schließlich wird Frankfurt immer größer und internationaler, sodass ein neues Theater unserer Stadt, aber vor allem unserer Jugend, guttun würde“, so der ziemlich einstimmige Tenor der drei Politiker. Ein derartiges Projekt stand übrigens schon in den Koalitionsvereinbarungen –allerdings in denen der Vorgänger-Regierung.

In der Diskussion kam Brigitte Dethier, Intendantin „Junges Ensemble Stuttgart“, gleich auf den Punkt. Sie wollte wissen, „wann denn alles beginnen würde? Man müsse so etwas schnell entscheiden. Auch in Stuttgart ging es recht zügig“. Der Kulturwissenschaftler Professor Wolfgang Schneider (Uni Hildesheim) glaubte sogar, „dass heute eine finale Entscheidung getroffen würde. Man dürfe jetzt nicht wieder anfangen und diskutieren“.

Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und verantwortlich für dieses kostspielige Projekt, war in ihren Aussagen ein wenig zurückhaltender. „Auch ich wünsche mir ein neues Theater und der Platz im Gesellschaftshaus ist sicherlich ein geeigneter Ort, der aber auch grundsaniert werden muss, was sechs Jahre dauern dürfte“, sagte die Kulturdezernentin und sorgte damit für lange Gesichter in der Runde. Sie schloss auch einen Neubau an der Ostseite des Zoos nicht aus. „Das wäre eine gute Alternative. Sanierung, Überbrückung und Umzug könnten so wesentlich besser koordiniert werden. Aber wie man es auch macht, es würde alles auf diese Laufzeit hinausgehen. Ich wünsche mir für die Kinder und Jugendlichen ein professionelles Theater. Die lange Bauzeit kann man nutzen, um mit entsprechenden Fachleuten das Beste zu erreichen“, erklärte Ina Hartwig ihre Vorgehensweise zu diesem Projekt.

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