Natur kann Kraft geben

Valentyna Kedrova zeigt ihre Bilder im NBZ Ostend

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Valentyna Kedrova (links) und Christiane Dubuque beim Hängen der Bilder – in Mischtechnik ist eine Schwarzwaldlandschaft entstanden.

Ostend (jf) – Das Bild hat eigentlich keinen Titel, könnte aber „Frühling im Schwarzwald“ heißen. Es ist eine von etwa 20 Arbeiten, die im Café des Nachbarschaftszentrums Ostend (NBZ) in der dritten Etage der Waldschmidtstraße 39 zu sehen sind.

Als im Juni 2018 die Künstlerin Roza Kaufman im NBZ mit ihrer Exposition das erste Kooperationsprojekt zwischen NBZ und Günter-Feldmann-Zentrum realisierte, war Valentyna Kedrova als Freundin und Gast dabei. „Ich habe bei der Gelegenheit gleich gefragt, ob das NBZ auch an einer Ausstellung von meinen Bildern Interesse hätte“, lachte Kedrova. Nun ist aus der Anfrage eine Schau unter dem Titel „Die Bewunderung der Natur“ geworden, die bis Juli zu sehen ist. Irgendwie ist es auch ein kleines Geburtstagsgeschenk, denn Valentyna Kedrova wird im März 50 Jahre alt.

Die Künstlerin stellte bereits im Günter-Feldmann-Zentrum, im Verwaltungsgebäude der Barmer GEK, im Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen und gemeinsam mit anderen Künstlern im Rathaus von Hofheim, im Sozialrathaus Dornbusch und im Nebbienschen Gartenhaus aus. In ihrer ukrainischen Heimat interessierte sie sich schon als Kind für Malerei und Töpferei. Sie studierte an der Pädagogischen Hochschule in Charkiw im Fachbereich Malerei und Keramik und unterrichtete später Kinder und Jugendliche.

Kurz vor Übersiedlung der Familie mit zwei Kindern nach Deutschland 1999 erhielt Kedrova die Diagnose Multiple Sklerose. „Während der Aufenthalte in Reha-Kliniken hatte ich Gelegenheit, mich noch intensiver mit der Natur zu beschäftigen. Im Alltag haben die meisten Menschen keine Zeit dafür, sind mit anderen Dingen belastet oder haben im Bann des Smartphones keine Augen mehr für ihre Umgebung. Das ist sehr schade“, bemerkte die Künstlerin. Sie will den Blick der Menschen dafür wieder öffnen, gibt Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in bildender Kunst und Keramik, bietet seit 2014 eine offene Werkstatt für perspektivisches Zeichnen im Jungen Museum an, das zum Quartier des Historischen Museums gehört. Ehrenamtlich führt sie auch in russischer Sprache durch das Museum.

Unterstützt wird sie von ihrer Tochter Lisa, die zurzeit studiert, und von ihrem Sohn Vitali – er spielte mit seiner Band „Schleifenbaumtrio“ zur Vernissage. Valentyna Kedrova bewundert „die permanente Schöpfungskraft der Natur“. Das inspiriert sie beim Malen und beim Töpfern. Und auf beiden Gebieten will sie noch viel schaffen.

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