Interessante und gut besuchte Diskussion zur vierten Klima-Piazza

Mitten in der Klimakrise

Im Podium (von links): Petra Boberg, Rosemarie Heilig, Georg Zizka, Vera Enzi, Peter Dommermuth und Stephan Hübner. Foto: Faure

Ostend (jf) – Voll besetzt war der Saal in der zweiten Etage des Zoo-Gesellschaftshauses: Bürger diskutierten mit Experten über das Thema Klima, das inzwischen bei jedem Einzelnen angekommen sein dürfte.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Georg Zizka vom Senckenberg Forschungsinstitut, Vera Enzi von der Kompetenzstelle Grünstattgrau aus Wien und Peter Dommermuth vom Umweltamt der Stadt Frankfurt saßen im Podium. Petra Boberg und Stephan Hübner vom Hessischen Rundfunk moderierten die Veranstaltung.

Drei Fragerunden gab es; dabei wurden die Fragen aufgeschrieben, eingesammelt und anschließend beantwortet. Das Publikum sorgte sich beispielsweise um die zunehmende Versiegelung von Flächen, plädierte für die Erhaltung der Frischluftschneisen und fragte nach alternativen Begrünungsmöglichkeiten. Ein anderer Vorschlag: Statt Solarparks besser Solarmodule auf Parkplätzen. In den USA gebe es das bereits – so würden Flächen doppelt genutzt; zur Energiegewinnung und als Schattenspender.

„Es gibt Grünstreifen in der Stadt. In der Friedberger Landstraße beispielsweise seit zehn Jahren“, meldete sich Jörg Harraschain von Kunst im Nordend (KuNo) zu Wort. Ähnliches könnte auch in anderen Straßen entstehen.

Rosemarie Heilig hatte an dem Diskussionsabend eingeräumt, dass die Stadt in Sachen Klimaschutz einiges versäumt habe und spät dran sei. Dennoch äußerte sie die Hoffnung, dass man gemeinsam weiter an der Green City arbeiten und die Ziele erreichen werde. Deshalb gebe es auch die Klima-Piazza des Umweltdezernats in der vierten Auflage und zum zweiten Mal in Kooperation mit dem Zoo. „Wichtig ist es, die Bürger zu erreichen, sie zum Mitmachen zu bewegen.“ Im Gesellschaftshaus musste sie niemanden überzeugen, aber es gibt viele offene Fragen. Deshalb will das Umweltdezernat auf der Seite www.frankfurt-greencity.de in den nächsten Wochen beispielsweise einen Ratgeber veröffentlichen. Inhalte: Welche Pflanzen wo am besten wachsen und wie die Bürger selbst zur Grünen Stadt beitragen können. Unter dem Titel „Frankfurt frischt auf.“ hat die Stadt 2018 ein Förderprogramm aufgelegt, das Bürger, die einen Hinterhof, ein Flachdach oder eine Fassade begrünen, unterstützt – mit Beratung und mit einem Klimabonus. Doch was bringen die schönsten Programme, wenn keiner sie kennt. In Fragen der Kommunikation ist also noch Luft nach oben.

Einig war man sich an diesem Abend trotz unterschiedlicher Ansätze: Es ist höchste Zeit zum Handeln.

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