18 Jahre Festival

„Sommerwerft“: Mainufer wird zum Open-Air-Theater

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Neben zahlreichen Theateraufführungen können Besucher an der Weseler Werft auch bei Getränken auf Bierbänken entspannen.

Ostend (red) – Die „Sommerwerft“ startet am Freitag am Mainufer. Vom 19. Juli bis 4. August veranstaltet der Verein Protagon das internationale Theaterfestival.

Seit 18 Jahren schaffen Künstler mit Mitgliedern und Partnern des Vereins einen Kultur-Frei-Raum, der für gelebte Utopie einer vielfältigen Kulturgemeinschaft stehen soll. Die Gestalter des Festivals, die Musiker, Tänzer und Theatermacher, Techniker, Köche und Helfer, widmen sich jeder auf seine Art und Weise dem Fest. Die Entdeckungsreise startet am Freitag, 19. Juli, an der Weseler Werft mit dem italienischen Theaterensemble Ondadurto Teatro. Ihre Stücke sind bekannt für scharfzüngige bis groteske Gesellschaftsanalysen, die auf den Punkt choreografiert und prächtig ausgestattet sind. Zu Sonnenuntergang am Eröffnungsabend spielen sie erstmals in Deutschland „Terra Mia“ und fragen darin: Inwiefern kann der Mensch im heutigen gesellschaftlichen Wertesystem noch ein schöpferisches Wesen sein?

Eine von Jules Vernes’ Reiseromanen inspirierte Performance namens Nautilus, die nach der Oase des Friedens sucht, gibt es am 24. Juli vom tschechischen Ensemble Teatro Novago Fronta. Am Abend danach zeigt die italienische Künstlergruppe Teatro Nucleo ein Stück über die Gefangenschaft von Menschen in einem unbarmherzigen System. Mit dem Stück „Domino“ spielen sie nach, was Aldous Huxley in seinem dystopischen Roman „Schöne neue Welt“ 1932 veröffentlichte: „Die perfekte Diktatur hätte das Aussehen einer Demokratie: Ein System der Sklaverei, in welchen die Sklaven durch Konsum und Unterhaltung ihre Knechtschaft lieben würden“. Beginn ist 21.45 Uhr am 25. Juli.

Am Mittwoch, 31. Juli, findet im neuen Beduinenzelt des Sommerwerft-Festivals ein Symposium im Rahmen des Projekts „Contact Zones“ (Kontaktzonen) statt. Ziel ist es, an unkonventionellen, öffentlichen Räumen in Interaktion zwischen Kunst und Menschen vor Ort zu treten.

Viele Menschen interagieren und tauschen sich zunehmend in einer medialen und virtuellen Realität aus. Orte der wahrhaftigen Begegnung, öffentliche Räume, sollten wieder eine größere Bedeutung bekommen, um Gemeinschaft und Gesellschaft zu stärken. Vor- und nachmittags werden Ansätze vorgestellt, Pläne und Wünsche aufgeschrieben. Abends, von 20 bis 21 Uhr, wird ein Podium die vorgestellten Ergebnisse diskutieren.

Im Anschluss und vor der Multimedia-Show des Künstlerkollektivs „Insectotropics“ aus Barcelona, freuen sich die Organisatoren des Vereins auf die Kulturdezernentin der Stadt, Ina Hartwig. Sie soll am 31. Juli gegen 21.30 Uhr vor „The Legend of burning man“ beim Festival zu Gast sein.

Ensembles des Antagon-Theaters spielen am letzten Festivalwochenende (2. und 3. August) den „Traum einer Sache“, in dem sie an das Aufbegehren der 68er-Bewegung erinnern, in der Menschen für den Traum einer besseren Welt loszogen. Antagon lässt das Publikum auf zwei Seiten gegenübersitzen, wodurch sie Teil der Szene und der Gesamtwahrnehmung werden. Es werden Mauern aufgebaut, getrennt, zusammengebracht, gemeinsam geteilt und gekämpft, um für einen Moment das Gefühl, den Aufschrei des Protests, gemeinsam zu erleben und die Dimension einer machbaren Veränderung auflodern zu sehen. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Weitere Infos und das Programm gibt’s unter www.sommerwerft.art.

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