Coole Idee gegen Müllberge, Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung

Main-Becher – ein gutes Konzept

Marlene Haas (von links), Claudia Schäfer, Rosemarie Heilig, Helge Seidel und Dirk Remmert stellen den Main-Becher vor. Foto: Faure

Bornheim (jf) – 25 Millionen Einwegbecher allein in Frankfurt verstopfen Papierkörbe, verschmutzen Straßen und Parks und kosten die Stadt rund 50 Millionen Euro jährlich an Reinigungskosten. Geld, das sinnvoller investiert werden könnte.

„Wir haben lange nach einem recycelbaren Becher gesucht und nun einen Produzenten in der Region gefunden, der einen plastik- und bambusfreien Biobecher aus Baumharz, Stärke, Glucose, pflanzlichen Ölen, Wachsen und mineralischen Füllstoffen herstellt. Die hohe Produktqualität und die Unbedenklichkeit für Lebensmittel wurden bestätigt“, freute sich Rosemarie Heilig, Umweltdezernentin und Aufsichtsratsvorsitzende der Frankfurter Entsorgungs- und Service Gesellschaft (FES). Entwickelt wurde der Becher von Nowaste in Hanau, die Firma F. W. Breidenbach in Linsengericht stellt ihn her. Das graue Trinkgefäß hält kalte und heiße Getränke aus, kann rund 250 Mal in die Spülmaschine, wird in zwei Größen erhältlich sein und kann mit einem blauen Deckel verschlossen werden. „Wir haben ein möglichst einfaches System entwickelt: Für drei Euro kann der Kunde den Main-Becher-Pass mit einer Pfandmarke aus Holz erwerben und die Marke gegen den Becher eintauschen“, erläuterte Dirk Remmert, Geschäftsführer der FES. Zu Beginn beteiligen sich 25 Unternehmen am Pfandsystem, wer mitmacht, ist unter www.mainbecher.de zu finden, eine entsprechende App wird entwickelt. Nach der Nutzung kann der Becher an einer anderen Stelle – einem Kiosk, einem Café, einer Bäckerei oder einer Tankstelle – abgegeben werden. Dafür gibt es die Pfandmarke aus Holz. Eigentlich ganz einfach und plausibel. Der Deckel ist nicht Teil des Pfandsystems, kostet zwei Euro und soll behalten werden, viel Platz nimmt er nicht weg.

Das System geht auf die Initiative „Cup2gether“ von Marlene Haas und Claudia Schäfer zurück. „Wir hatten mehr als 150 Ehrenamtliche, die etwa ein Jahr durch die Stadtteile zogen und die Menschen von einem Pfandsystem überzeugten. Mit der Stadt lief eine Wette, in 90 Tagen möglichst viele Menschen von diesem System zu begeistern. Das haben die „Cup2gether“-Leute geschafft und gewonnen“, erläutert Haas. Mit der FES konnte nun ein professioneller Partner gewonnen werden, der mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag in Vorleistung geht – 30.000 Becher stehen in der Einführungsphase zur Verfügung, bis 2021 will man 150.000 Becher im Umlauf haben. Und natürlich noch zahlreiche Partner gewinnen, denn nur, wenn möglichst viele Unternehmen mitmachen, wird das Pfandsystem erfolgreich. Die Hoffnung ist: Weniger To-Go-Becher landen im Müll.

Helge Seidel, Pächter von zwei Tankstellen an der Friedberger Landstraße, ist überzeugt: „Jeder Mehrwegbecher ist ein Erfolg.“ Benutzte Main-Becher stellt er gerne in seine Spülmaschine, kein Problem. Seine Mehrwegbecher-Kunden erhalten zehn Cent Rabatt auf die Kaffeespezialitäten. Doch ist jedem Unternehmer selbst überlassen, wie er das Pfandsystem unterstützt.

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