Spenden gehen an Projekt für mittellose Witwen in Ruanda

Zum 30. und letzten Mal: Josefiner Flohmarkt erfolgreich

Barbara Seibel (links) und Rita Möhres-Kretzer überreichen den Erlös an Pfarrer Patrick Irankunda (Zweiter von links) und Pfarrer Markus Schmidt. Fotos: Richard Steinmetz/p

Bornheim (red) – 6855 Euro kamen beim diesjährigen Bücherflohmarkt in Sankt Josef zusammen.

600 Bananenkisten voller Bücher, noch einmal 150 Kisten voller Taschenbücher und 20 Kästen mit alten Schallplatten hatte das Flohmarktteam in den vergangenen Monaten gesammelt, sodass der Josefsaal gut gefüllt war. Ein Anblick, den es so schnell nicht wieder geben wird.

30 Jahre lang hat das Flohmarkt-Team Haushaltsgegenstände, Bücher, Schallplatten und mehr verkauft und mit viel Engagement einen stattlichen Erlös erwirtschaftet. „Insgesamt haben wir 275.282 Euro eingenommen“, sagt Barbara Seibel stolz. Dennoch ist damit jetzt Schluss. Denn vor dem Verkaufen stand immer auch das Sammeln und damit das Sortieren, Kistenpacken, Sachen schleppen, Reste abtransportieren. „Das schaffen wir einfach nicht mehr“, sagt Seibel für ihr zehnköpfiges Team, das ausnahmslos aus Frauen besteht. Und weil sich partout kein Nachwuchs finden ließ, hat die Runde nun entschieden, im 30. Jahr aufzuhören.

Zuvor aber wurde der Erlös des diesjährigen Flohmarktes an Pfarrer Patrick Irankunda übergeben. Er nimmt 5000 Euro mit in seine Heimat Ruanda, wo das Flohmarkt-Team ein Projekt zur Unterstützung mittelloser Witwen fördern möchte. Der Pfarrer will sich selbst darum kümmern, dass die Spende ankommt. Der Rest des Flohmarkterlöses wird in diesem Jahr für ein Projekt in St. Josef verwendet.

Viel hat das Flohmarktteam in den vergangenen Jahren bewirken können. Der Erlös der ersten Veranstaltung vor 30 Jahren ging an Kinder mit Behinderung. Damals waren die Pfadfinder der Pfarrei die Initiatoren. Sie hatten dazu aufgerufen, Gegenstände zu spenden. „Es kam so viel, dass sie ihre Eltern um Hilfe bitten mussten.“ 1992 veranstalteten diese den nächsten Flohmarkt. Ab 1994 wurde jährlich gesammelt. Weil es irgendwann zu viel wurde, trennte das Team die Haushaltsgegenstände von den Büchern und veranstaltet seitdem die beiden Flohmärkte abwechselnd.

Mit dem Erlös unterstützt das Flohmarkt-Team seit Jahren die Pfarrei oder ihr nahestehende Organisationen. „Mit dem Geld wurden unter anderem der Dreikönig-Altar und die historischen Kirchenfahnen in der Alten Josefskirche restauriert, aber auch die alten Krippenfiguren und die mittelalterlichen Altarbilder im Pfarrhaus“, erzählt Seibel. Die Kindergärten der Pfarrei wurden ebenfalls häufig bedacht. Ihnen allen wird die Zuwendung ebenso fehlen wie der Gemeinde und vielen Fans das jährliche Stöbern auf den Tischen. Auch das Flohmarkt-Team ist traurig über das Aus der Institution. „Aber man soll Schluss machen, so lange es eine Erfolgsgeschichte ist.“

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