Lebendige Tour durch Seckbach mit neu aufgelegter Broschüre

Zusammen Quellen entdecken

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Volker Rothenburger (links) erläutert den Teilnehmern die geologischen Gegebenheiten am Lohrberg an der Quelle „Alteborn“. Foto: Schneider

Seckbach (zjs) – Lange gewartet, doch jetzt ist sie endlich da: Die Broschüre des Umweltamtes „Der Quellenwanderweg im Frankfurter Grüngürtel – von Seckbach nach Bergen“.

Vorgestellt wurde sie von Volker Rothenburger und Stephanie Kessler vom Umweltamt einem knappen Dutzend Teilnehmern, die sich an der Bushaltestelle am Atzelberg getroffen hatten. „Ich brauche keine Karte, denn ich kenne die Tour auswendig“, sagt Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Umweltamt. Nur einige Meter weiter weist eine Stele auf die Alteborn-Quelle hin, die beim Bau der Atzelbergsiedlung verlegt wurde und heute den Austritt in der Grünanlage hat. Da durch die anhaltende Trockenheit der vergangenen zwei Jahre aber kaum Wasser vorhanden ist, weisen lediglich typische Pflanzen wie die Sumpfschwertlilie und Schachtelhalme auf die Existenz des Auslaufs hin.

Beim nächsten Halt am Draisborngraben hört man das Wasser unter einem Gitter rauschen, denn dort fließen Draisborn und Mühlbach zusammen. Dann geht es Richtung Lohrberg weiter, vorbei an einer ehemaligen Mühle, von der Volker Rothenburger noch eine historische Aufnahme im Gepäck hat. Er berichtet von Mühlteichen, in denen das Wasser gestaut und dann bei Bedarf vom Müller auf das Mühlrad geleitet wurde. Sichtbar ist auch noch ein Mühlstein am Haus. Durch gepflegte Wohnstraßen läuft die Gruppe Richtung Kreuzweg und passiert dabei ein brach liegendes Grundstück. „Hier ist sichtbar, dass der ehemalige Zaun unter der Vegetation verschwunden ist, denn die Kleingärtner der nahen Umgebung nutzen das Gelände zur Entsorgung der Gartenabfälle, wodurch die natürliche Vegetation keine Chance hat, sich zu entwickeln“, erklärt Volker Rothenburger. Beim Graben am Kreuzweg ist es zwar ein wenig feucht, aber sprudelndes Wasser Fehlanzeige. Optisch begleitet wird die 19-Stationen-Tour vom Grüngürteltier, das Wasser speit, sodass die Strecke auch ohne einen Ortskundigen bewältigt werden kann.

Nun zückt der Leiter einen Schlüssel und öffnet den Zugang zu einem Gelände der Stadtwerke, heute Mainova, und zeigt die Pfingstlohrquelle. Die seltene Fauna weist Küchenschelle und Doldenblüher aus, der einzige Standort in Frankfurt. Seckbach verfügte ab 1896 über ein eigenes Wasserwerk, der Wasserspiegel lag bei 160 Metern über Normalnull. Seit 1903 besteht eine Verbindung zum Frankfurter Trinkwasserrohnetz.

Die Tour endet nach rund zwei Stunden am Judenborn, dann haben die Teilnehmer ungefähr die Hälfte der Stationen gesehen. Den Beteiligten hat es Spaß gemacht. Landschaftsgärtner Volker Rothenburger weiß lebendig und anschaulich Flora, Fauna und Quellen nebst einiger Anekdoten zu erklären. Die neue Broschüre kann kostenfrei unter www.umweltamt.stadt-frankfurt.de bestellt oder in der Bürgerberatung abgeholt werden.

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