Kulinarisches Philadelphia

Mirko Reeh stellt neues Buch vor

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Patricia Lacina (von links), Mirko Reeh und Kimberly Barrett.

Bornheim (jf) – Hoher Besuch in Mirko Reehs Kochschule: Patricia Lacina, seit 2018 US-Generalkonsulin in Frankfurt, war in die Wiesenstraße gekommen, um bei der Buchpräsentation von „Philadelphia“ dabei zu sein.

„Ich bin ziemlich gespannt auf das Buch und darauf, was Mirko Reeh in Philadelphia entdeckt hat“, sagte Lacina, deren Tochter an der University of Pennsylvania in Philadelphia studiert. Außerdem verwies sie auf die bedeutsame Geschichte der zweitgrößten Stadt an der nordamerikanischen Ostküste. Vom Frankfurter Magistrat war Stadträtin Renate Sterzel nach Bornheim gekommen. Sie erinnerte daran, dass Philadelphia seit 2015 Partnerstadt der Mainmetropole ist.

Allerdings hat „Philly“, wie die amerikanische Stadt auch genannt wird, doppelt so viele Einwohner wie Frankfurt und ist in der Fläche ein Drittel größer. Nur in der Geschichte ist Frankfurt voraus, die Mainstadt wurde 794 erstmals urkundlich erwähnt, Philadelphia 1682 gegründet. Sieht man sofort auf dem Stadtplan: „Philly“ lässt sich geradlinig in einer Stunde durchqueren. „Wie Philadelphia tickt, drückt sich auch in den Speisen aus“, sagte Kimberly Barrett vom Philadelphia Convention & Visitors Bureau. Übrigens gibt es auch in Philadelphia eine äußerst beliebte Markthalle, den vor 125 Jahren eingerichteten Reading Terminal Market. Er ist dreimal so groß wie die Kleinmarkthalle.

Eine Spezialität der Stadt an der Ostküste sind Cheesesteaks, eine Art Sandwich aus haudünnem Steakfleisch und geschmolzenem Käse. Nicht nur das hat Mirko Reeh auf seinem knapp fünftägigen Aufenthalt in und um Philadelphia gekostet, sondern noch jede Menge mehr; fünf bis sieben Restaurants standen pro Tag auf der Besuchsliste. Ein straff organisiertes Mammutprogramm. „Ich war in den Küchen sehr unterschiedlicher Restaurants und habe probiert. Auch im Umland habe ich einige Gaststätten besucht“, erklärte der Koch, dessen inzwischen 22. Buch – einige in Kooperation mit anderen Autoren – mit „Philadelphia“ vorliegt. Auf die Idee brachte ihn seine Arbeit beim Fernsehen. Als erster Titel der Buchreihe „Kulinarische Reise“ (mit Co-Autorin Barbara Stromberg) erschien 2017 „Israel“.

„Mit der Philadelphia-Küche war ich echt überfordert“, bekannte Reeh, „es hätten durchaus zwei Bücher werden können.“ Seine Kollegen kochen hauptsächlich mit regionalen Produkten; je näher, desto besser. Einflüsse der weltweiten Küchen sind spürbar. „Man denkt, man kennt das Gericht und ist dann überrascht, wenn es in einer modernen Variante daher kommt“, bemerkte Reeh. „Ich wurde vielfach inspiriert.“ Für das Buch überarbeitete der Frankfurter Koch die Rezepte der Köche aus Philadelphia so, dass jeder die Gerichte nachkochen kann.

Eine süße Köstlichkeit ist ein essbarer Blumentopf. „Ist in wenigen Minuten verzehrt und lagert dann Jahre auf den Hüften ab“, scherzte Reeh. Aber man könnte den Blumentopfkuchen ja auch teilen. Dann haben mehrere Menschen etwas davon.

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