Konzeptstudie „Zookunft 2030+“ schlägt zwei große Hallen auf dem Areal vor

Tiere naturnah zeigen

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Ina Hartwig und Miguel Casares stellen die Konzeptstudie „Zookunft 2030+“ vor. Foto: Faure

Ostend (jf) – Rund elf Hektar umfasst der Zoo zwischen Thüringer, Waldschmidt- und Rhönstraße, Am Tiergarten und Bernhard-Grzimek-Allee im Ostend. Ausweitungsmöglichkeiten gibt es keine. Also muss der vorhandene Platz bestmöglich genutzt werden.

Und er muss den Kriterien moderner Tierhaltung und gegenwärtiger Zoopädagogik entsprechen.

„Der 1858 eingerichtete und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von Bernhard Grzimek radikal neu aufgebaute Innenstadtzoo ist in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäß“, stellte Kulturdezernentin Ina Hartwig zu Beginn der Präsentation der Studie „Zookunft 2030+“ fest. Ein Umzug, erklärte sie, sei keine Option. Sie bekenne sich zur Beibehaltung der innerstädtischen Lage. Der Zoo sei auch als „grüne Lunge“ wichtig für Frankfurt. Es gehe darum, Tiere erlebbar zu zeigen, Natur zu bewahren, Menschen zu erreichen und gemeinsam zu wirken im Sinne der Erhaltung der Lebensgrundlagen für alle – eine Aufgabe, die uns Verantwortung abverlange. Der Zoo Frankfurt biete mit seiner hervorragenden und historisch gewachsenen Vernetzung, die sonst nur noch die Zoos von London und New York aufweisen, beste Voraussetzungen.

Details der Studie, erarbeitet von Mitarbeitern des Frankfurter Zoos, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und den Planern der spanischen Gesellschaft The Logical Zoo stellte Direktor Miguel Casares vor.

Im Nord-Ost-Areal soll eine 6.725 Quadratmeter große Amazonas-Halle mit einem 7.900 Quadratmeter umfassenden Außenbereich entstehen. Kühlere und neblige Bergwälder sollen genauso wie feuchte Tieflandregenwälder nachempfunden werden.

Außerdem soll sich ein etwa halb so großes Areal der Wildnis in Europas Feuchtgebieten widmen.

Im Südwesten des Zoos wird eine Afrika-Halle geplant. „Dort wollen wir neue Konzepte der Indoor-Haltung umsetzen. Noch ist das Flusspferd Petra hinter dicken Gittern und in engen Wasserbecken untergebracht. Dabei sehen Flusspferde im Wasser elegant wie Balletttänzerinnen aus“, sagte Casares, „Man muss das also zeigen.“ Der Direktor unterstrich: „Die Studie ist keine Fiktion, sondern ein Vorschlag, der nun beraten werden muss.“

Dass im Zoo mit einer beispielsweise 146 Jahre alten Nashornanlage und einem 66 Jahre alten Giraffenhaus dringend etwas verändert werden muss, ist allen Verantwortlichen klar. „Wenn Grzimek wieder einmal den Zoo besuchen würde, könnte er sich gut zurechtfinden“, bemerkte Casares mit bitterem Humor, „vieles ist noch so wie damals.“ Der Direktor machte auch deutlich: Nur die Tiere, die exzellent gehalten werden können, werden zu sehen sein. Keine Elefanten also – dafür reiche der Platz nicht.

Zur Studie gehören außerdem zwei Restaurants, zwei Informationszentren in den Hallen, ein zweiter Spielplatz und schlüssige Besucherwege als Rundkurs.

Vorgesehen ist die Umgestaltung nach einem noch zu erarbeitenden Masterplan in drei Phasen und soll bis 2032 abgeschlossen werden. Mit dem Masterplan kommt auch in etwa einem Jahr der Kostenplan auf den Tisch.

In einer Zeit, in der täglich etwa 150 Arten von der Erde verschwinden, geht es um das Vermitteln von Botschaften zur Erhaltung der Biodiversität. Deshalb ist ein Zoo so wichtig.

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