Gesellschaft verleiht Sonderorden

Jürgen Leber macht die Fassenacht „great again“

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Kabarettist Jürgen Leber als Donald Trump. Dafür, dass er gekonnt bekannte Figuren durch den Kakao zieht, erhielt er „De lachende Frankforter“.

Bornheim (sh) – Der Kabarettist Jürgen Leber trägt voller Stolz seinen Sonderorden. Die Bornheimer Karneval-Gesellschaft 1901er verlieh dem hessisch babbelnden Humoristen „De lachende Frankforter“.

Natürlich bot der frisch gebackene Ordensträger den Besuchern beim traditionellen Heringsessen des Vereins auch Kostproben aus seinem Repertoire. Als kongeniale Parodie von Donald Trump ermunterte er in Begleitung von sonnenbebrillten Bodyguards und einer anmutigen Freiheitsstatue zu „Make Fassenacht great again“. Dabei wandte er sich an das Auditorium als „Dear lovely babbisch Huusteguutsjer, Heggeschisser un Schuudetunker“. Auch sein zweiter Auftritt strapazierte die Lachmuskeln: Als Bernhard Grzimek machte er auf den vom Aussterben bedrohten Mettigel aufmerksam. Das possierliche Tierchen sollte unter dem Motto „Hackepeter darf nicht sterben“ unter Schutz gestellt werden. Es eigne sich auch als Haustier!

Die Laudatio auf Jürgen Leber hielt dessen einstiger Skatbruder: Der Mundart-Poet und Liedermacher Rainer Weisbecker, der im Vorjahr mit diesem Orden ausgezeichnet wurde. Ihm war es ein großes Vergnügen, diesem „pfiffigen Borsch“, der Asterix, Obelix, Tim und Struppi hessisch beigebracht habe und sich liebevoll um Gustav, das unbekannte siebte Mainzelmännchen, kümmere, in Reimen zu ehren. Weisbecker selbst gab einige seiner Songs zum Besten – da durfte natürlich der „Alte Grießbrei“ nicht fehlen.

Die 01er hatten sich für diesen besonderen Tag zum Ausklang der Fastnacht ein mitreißendes Programm einfallen lassen, das vom Präsidenten-Doppel Christian Kaiser und Corinna Kuhn quirlig moderiert wurde. Die Showtänze der Tanzgruppe des Volkschors Klein-Krotzenburg – die „Young Diamonds“ als Krankenschwestern und die „Diamonds“ als sexy Bauarbeiterinnen – begeisterten das närrische Publikum.

Mit musikalischer Comedy vom Feinsten wartete Andy Ost auf. Seine Wortspielereien („Tante Erika macht jetzt beim Seminar ,Blähungen als Botschaft’ mit, es war aber nur ein Schnupperkurs“) und bekannte Hits mit neuem Text („Sie macht Musik nur, wenn sie Kraut isst“) brachten den Saal zum johlen.

Statt der Beerdigung der Fastnacht durch „Parrer Kall“ Karl Oertl, der in den wohlverdienten Bühnenruhestand getreten ist, sorgte Schlagersänger Patrick Himmel für den krönenden Abschluss. Zu seinem Schlusslied „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay leuchteten Handys und Knicklichter auf und signalisierten: Statt nun zu trauern, freut man sich lieber jetzt schon auf den kommenden 11. November, wenn die neue Kampagne losgeht.

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