Halli-Galli-Gastspiel beim Circus Baldini und ein ungewöhnlicher Abschied

Jonglage, Trapez und „wilde“ Tiere

Clowns fehlen natürlich nicht im Circus Baldini. Foto: Faure

Ostend (jf) – Ein Mal in der Manege stehen, ein Mal im Rampenlicht unterm Sternenzelt! Das ist nicht nur ein Kinderwunsch. Beim Circus Baldini sorgen die Mitarbeiter dafür, dass solche Träume in Erfüllung gehen.

Viel Zeit blieb den rund 70 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur achten Klasse der Charles-Hallgarten-Schule nicht zum Üben als Zirkus Halli-Galli: nur eine halbe Projektwoche. Doch die Baldinis verstehen seit 1956 ihr Metier. Der Familienzirkus in der dritten Generation bietet seit 2005 Projekte für Kinder und Jugendliche an.

Die Show beginnt im Zelt auf dem Platz am Ratsweg, mit leuchtend bunten Tüchern, der Zirkusdirektor in rotem Frack und mit glitzerndem Zylinder begrüßt die Gäste. Schulleiter Christoph Kleemann hat sich schnell in diese Rolle hineingefunden, es war eine Überraschung für den scheidenden Leiter der Bildungseinrichtung, der in den Ruhestand geht. Ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk, denn auch er träumte davon, ein Mal als Zirkusdirektor die Artisten ansagen zu dürfen. Der Traum wurde Wirklichkeit – und der Zirkusdirektor war nicht weniger aufgeregt als seine Jongleure und Clowns, Dompteure und Seiltänzer, Trapez- und Trampolinkünstler.

Sabine Luce vom rund 20 Pädagogen umfassenden Kollegium der Charles-Hallgarten-Schule, einer Fördereinrichtung, war vor der letzten Vorstellung ebenfalls aufgeregt: „Diese Projektwoche am Ende des Schuljahres ist immer etwas Besonderes für unsere über 100 Schüler.“ In diesem Jahr war das eine Kooperation mit dem Circus Baldini: „Der Zirkus hat Erfahrung in der Arbeit mit Kindern. Für uns war es ein Wagnis, denn normalerweise ist an der Schule alles sehr strukturiert. Aber der Zirkus-Chef Rocky Krämer sagte: ‚Keine Sorge, wir machen das schon!’ Und es klappte. Wir waren erstaunt über die Kinder, haben Prozesse wahrgenommen, als beispielsweise autistische Mädchen und Jungen aus sich heraus kamen“, freute sich Luce. „Nun folgt die große Raubtierdressur – und zwar ganz ohne Gitter!“, verkündete der rotbefrackte Direktor und schwenkte seinen Zylinder. Die „Raubtiere“, vier Hunde, benahmen sich sehr artig, ihre „Dompteure“ waren stolz darauf, dass alles wie geplant lief. Und die richtigen Zirkusleute nur wenig korrigieren mussten.

Im Zirkusrund unter dem mit Sternen geschmückten Zelt flogen Tücher, Bälle und Ringe durch die Luft. Es wurde Hula-Hoop mit leuchtenden Reifen getanzt, auf einem Seil balanciert und Teller auf dünnen Stäben in Schwung gehalten. Saltos vom Trampolin wurden gezeigt und Übungen am schwingenden Trapez. Selbstverständlich fehlten auch die Clowns nicht. Die Augen der Kinder leuchteten, alle Teilnehmer gaben sich große Mühe. Der Applaus am Schluss war die schönste Belohnung für all die Anstrengung. Die Zirkusprojektwoche hat nicht nur manchen Schweißtropfen gekostet, sondern auch richtig viel Spaß gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare