Fünftes Hafengespräch mit drei Gästen und vielen Fragen

Industriestraßen stehen im Fokus

Beim Gespräch (von links): Christian Eichmeier, Michaela Kraft und Klaus Oesterling. Foto: Faure

Ostend (jf) – 31 Mitglieder hat die Gemeinschaft Frankfurter Hafenanlieger (GFH). Sie hatte zum fünften Hafengespräch in den Konferenzraum der HFM Management für Hafen und Markt in die Lindleystraße eingeladen.

Christian Eichmeier, GFH-Vorstandsvorsitzender, moderierte die Veranstaltung.

Als Gast war Verkehrsdezernent Klaus Oesterling mit dabei. Er bekräftigte das Festhalten der Stadt am Standort Osthafen: „Das Areal ist nach Höchst der bedeutendste Gewerbestandort Frankfurts.“ Seit Jahren befinde sich das Gelände in einem starken Umbruch.

Oesterling informierte darüber, dass sich BUND und Hessen Mobil nach zwölf Jahren Rechtsstreit außergerichtlich über den Bau des Riederwaldtunnels, größtes Vorhaben im Osten der Stadt, geeinigt haben. Nun stehe dem Projekt nichts mehr entgegen, 2020 können die Bauvorbereitungen fortgesetzt werden.

Über das Dieselfahrverbot in Frankfurt werde indessen weiter verhandelt. „Die Dieselemissionen in Frankfurt sind zurückgegangen. Während vor Jahren noch 52 Mikrogramm Stickstoffdioxid gemessen wurden, waren es in neun Monaten 2019 beispielsweise auf der Friedberger Landstraße nur noch 40,8 Mikrogramm.“ Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Natürlich gehört auch zur Realität, dass man auf der Straße Am Erlenbruch weit entfernt von besseren Werten sei.

Nichts entschieden sei hinsichtlich der Zukunft der Städtischen Bühnen. Ob das Raab-Karcher-Gelände dafür genutzt werden solle, stehe in den Sternen. Oesterling fügte hinzu: „Es sind Zweifel erlaubt, ob ein solcher Standort funktionieren würde.“ Man sehe im Raab-Karcher-Areal eher eine wirtschaftliche Reservefläche.

Die Stadt habe ein Programm zur Sanierung der Industriestraßen beschlossen. Man wolle 2020 mit der Franziusstraße starten. Michael Kraft, seit 2016 Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE), informierte genauer über die Sanierung: Das ASE kümmere sich im 1450 Straßenkilometer und 480 Ingenieurbauwerke in Frankfurt. Um bei Bauvorhaben im Dialog mit den Anliegern zu bleiben, richtete Kraft einen Runden Tisch ein – eine von allen gelobte Idee.

Für die knapp 1,5 Kilometer lange Franziusstraße sei eine grundhafte Sanierung geplant. Zwei Fahrbahnen von jeweils 3,50 Meter Breite, eine 3,15 Meter breite Kombination aus Fußgänger- und Radweg und eine 2,75 Meter breite Parkzone seien vorgesehen. Der Bau soll Ende 2020 beginnen, mit einer etwa dreijährigen Bauzeit müsse bei einer solch aufwendigen Maßnahme gerechnet werden.

Zum 26 Projekte umfassenden Industriestraßenprogramm gehören auch die Riederhofstraße und die Erneuerung des Osthafenplatzes. Zudem sollen Nebenstraßen wie Daimler-, Opel- und Benzstraße gestärkt werden. Ein besonderes Augenmerk gilt Radwegen.

Schwierig ist die Verlängerung der Ferdinand-Happ-Straße aufgrund der Überquerung der Gleise. Eine Brücke sei zu teuer, daher gebe man einem wesentlich günstigeren beschrankten Bahnübergang den Vorzug.

Der Verkehrsdezernent informierte zudem über die mit dem nächsten Fahrplanwechsel künftig ganztags fahrende Buslinie 31 von der Kaiserleibrücke bis zum Zoo.

Zum Thema Franziusstraße äußerten mehrere Anlieger Bedenken bei einer Verringerung der Straßenbreite, die gegenwärtig 7,5 Meter beträgt. Deshalb verständigte man sich auf einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin, an dem auch die Begegnung von zwei Lkw getestet werden soll.

GFH-Mitglieder sprachen außerdem das langsame Internet an. Dazu äußerte sich Stadtrat Jan Schneider: „Wir verlegen bei einer grundhaften Sanierung Leerrohr. Das kann beispielsweise für Glasfaser genutzt werden. Damit wird der Anschluss für die Anlieger günstiger.“

Der Streitfall Untermainkai beschäftigte auch die Osthafenanlieger. „Seit 30 Jahren wird über eine Fußgängerzone am nördlichen Mainufer diskutiert. Vor 40 Jahren wurde die Zeil autofrei, auch da gab es viel Aufregung. Lassen Sie uns das Testjahr zu Ende bringen, dann sehen wir weiter“, sagte Oesterling. Ab Januar 2020 soll der Flohmarkt, der alle zwei Wochen stattfindet, ans nördliche Mainufer verlegt werden.

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